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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : TQWT mit 2 Knicken berechnen



Eismann
19.12.2012, 20:58
Ich habe mir mal Gedanken gemacht, wie man wohl ohne viel Knobeln die folgende Box falten kann:
http://www.abload.de/img/tqwt2knickeskizzetxjrt.jpg
Links ist die Seitenansicht der offenen Box und rechts das Modell der ungefalteten TQWT.
Treiber Position hab ich noch nicht drin. Denn für eine Systematische Berechnung ähnlich dem Online Rechnern ist noch ein weiter Weg.
Ich will auch nicht gleich eine Faustformel für bestimmte TSP errechnen, sondern nur den Bauplan, wenn bereits bestimmte Sachen aus einer Simu bekannt sind:
- Anfangsquerschnitt s0
- Endquerschnitt s6
- Linelänge l=l6-l0
- Breite b
- Wandstärke d
Insbesondere soll die Berechnung die Höhe und die Tiefe der Box errechnen mit den Bemassungen der beiden Teiler.

Ob's mir gelingt, weiß ich momentan auch noch nicht....aber ich bin hier ja auch nicht allein. ;)

Jedenfalls habe ich mir schonmal viele Vorgaben aufgeschrieben, die offensichtlich sind:
Die Box hat Quaderform und ist nirgendwo schräg. Daraus folgt
a) Die Höhe ist vorne und hinten gleich. In Formeln ausgedrückt. Höhe vorne h= s1 + (l3-l2) +s4
Höhe hinten h = s4 + ( l6-l5) + (s1+s0)/2

b) die Tiefe ist oben und unten gleich. Daraus folgt:
Tiefe unten t= (l1-l0) + s2
Tiefe oben t= (s3+ s5+d


Der Port soll Konusform haben. Deswegen gilt der Strahlensatz.
s0/l0 = s1/l1 = s2/l2 = s3/l3 = s4/l4 = s5/l5 = s6/l6

Allerdings ist l0 intern wichtig, damit man die anderen Werte rechnen kann. ich tue s als wären die Positionen s0-s6 all rechtwinkllig auf l0 bis l6 und wende den Tangens an:
der Spitzenwinkel ( siehe gestricheltes Dreieck) Tangens gamma = s6 - s0 +d /l
Hier stehen alles bekannte Größen: Enddicke, Anfangsdicke Wandstärke und Linelänge
das tote Stück l0 Könnte man dann auch berechnen: l0 = s0/tan Gamma

im nächsten Post kommt noch mehr von dem Zeug..

Eismann
19.12.2012, 21:28
Die Line setzt sich aus geraden und geknickten Abschnitten zusammen. Deswegen habe ich die Stützpunkte 0-6 eingeführt.
Die gehe ich jetzt mal der Reihe nach durch.

l1-l0 ist gerade und hängt im wesentlichen davon ab, wie groß der Endquerschnit s6 ist!
l1-l0 =d+s6 | d= Wandstärke

l2-l1 ist ein 90°-Knick. Er ist die Bogenlänge zwischen s2 und s1
als Radius habe ich einfach den Mittelwert von s2 und s1 angenommen. Näherungsweise kommt dann das heraus:
l2l1= Pi/4 *(s1+s2)/2 oder
l2-l1=Pi/8 * (s1+s2)

l3-l2 ist ähnlich lang wie l6-l5. Da ist nur der Unterschied, dass die untere Kante etwas schief verläuft. Dadurch wird l6-l5 länger um den Betrag (s1-s0)/2. Also:

l3-l2 = l6-l5 + (s1-s0)/2
Das bringt uns jetzt noch nicht weiter. Aber später will ich von der Gesamtlänge alle Knicke abziehen und dann den Rest in etwa halbieren. Somit erhalte ich l3-l2 und l6-l5

Der obere Vorderknick hat die gleiche Formel wie der untere, nur mit anderen Variablen:
l4-l3 = Pi/8*(s3+s4)

Knick Oben hinten:
l5-l4= Pi/8 *(s5+s4)

Jetzt fehlen noch die Gesamtlänge:
l= l6 - l0 + d
Die Wandstärke rechne ich einmal hinzu, weil der Teiler oben die beiden knicke mal kurz unterbricht und die Line verlängert.

Un Last Not Least fällt mir noch die komplette Seitenfläche ein. Die kann man in der linken Darstellung als Rechteck sehen und in der rechten als abgesägtes Dreieck. Die Flächen müssen aber gleich sein, deswegen setze ich die Formeln gleich:
A = h * t = (l6-l0 + d) * (s6+s0)/2

Das d ist diesmal drin, weil die Höhe wegen dem unteren Teiler höher wird :)

zum besseren Nachvollziehen noch mal die Skizze:
http://www.abload.de/img/tqwt2knickeskizzetxjrt.jpg

So und jetzt muss ich selbst mal nachdenken und Algebra üben...:denk:
Später soll das ganze zunächst mal in Excel reingetippt werden.


Gruß Eismann

Eismann
19.12.2012, 21:30
Hi Eismann,

gefällt mir. Nur, warum hast Du nen neuen Thread aufgemacht?
wollte Den alten Thread nicht einfach kapern. Das Thema schweift ja jetzt stark in Richtung Mathe ab.
Gruß Eismann

Gazza
21.12.2012, 09:59
Moin Eismann,

schöne Erklärung. Das stellt eine Art der Faltung, die ich mal gesehen habe (Hifi-Forum?), auf sichere Füße und gibt eine weitere Möglichkeit, das Gehäuse zu gestalten. 'Sauber'!

Ich sehe das aber wie Alex; könnte ruhig im Thread zur Faltung auftauchen. Dann findet man dort fast Alles, was zur Faltung wissenswert ist. (Das musst Du aber wissen, ist schließlich Dein 'Werk'.

Würde aber auch deshalb zum Thread gut passen, weil das Beispiel, das ich eingestellt habe, nicht nur das Problem der Treiberposition hat, sondern auch als FAST konzipiert ist. Mit der asymetrischen einfachen Faltung + Abteil für einen BB 'obendrauf' gibt es eine kleine Standbox. Durch Deine Faltung könnte es ggf. eine kleine Regalbox (ca. 45-50 cm) bleiben.

Das wäre dann ein guter Thread, der etwas umfassender aufzeigt, welche Möglichkeiten der Entwickler bei der Gestaltung des Gehäuses nach der Simu hat. Die habe ich selber immer als etwas eingeschränkter als z.B. bei BR empfunden. (Ist tendenziell wohl auch so, aber die Palette der Möglichkeiten für TQWT hat sich für mich da etwas erweitert.)

In jedem Fall die Faltung gut erklärt!

LG Gazza

Don Key
21.12.2012, 11:07
...Höhe vorne h= s1 + (l3-l2) +s4
Höhe hinten h = s4 + ( l6-l5) + (s1+s0)/2...

Hallo Eismann,
nicht das ich nicht auch glaube, daß folgener Aspekt vernachlässigbar ist, aber bei Deiner Höhenberechnung gehst Du davon aus, daß Deine Line parallel zur Front-/Rückwand verläuft.
Real tut sie das aber nicht und daher müßtest Du, wenn Du's genau machen willst, von der Gehäusehöhe noch ein paar Millimeter abziehen, da die Line aufgrund Ihres leicht schrägen Verlaufes eben einen Tick länger ist, als die Senkrechte.

1243, 1244, 1245,... (...Erbsen...) :D

Slaughthammer
21.12.2012, 14:23
Dazu sagt der Physiker: Für kleine Winkel gilt folgende Vereinfachung: sin(x)=x, cos(x)=0....

Und schon stimmt Eismanns Formel wieder. Der FEhler dürfte in diesem Fall deutlich unter 1% liegen...

Don Key
21.12.2012, 14:49
Weiß ich doch, habe ich ja auch selber geschrieben, nur ist "kleine Winkel" natürlich abhängig vom Öffnungsverhältnis s0 zu s6.

Slaughthammer
21.12.2012, 15:08
ups, da hatte ich glatt den ;) vergessen.... :D

Weiter praxisnahe Näherungen ausm Physikstudium: Pi=e=3... na, rollen sich schon die Fußnägel bei den Mathematikern hoch? :D

Eismann
21.12.2012, 21:39
vorab:
@Olnima und @Slaughthammer : vollkommen richtig! ich tue jetzt so, als würde der vordere Kanal senkrecht nach oben verlaufen. Und es sind unter 5° Fehler drin....die Herleitung wird auch jetzt schon kriminös. Aber toll; ihr lest genau mit! :thumbup:

Ich beginne mit der Bestimmung von l0 über den Strahlensatz
s6/l6=s0/l0 . Auflösen nach l0 Das ergibt:
l0=s0*l6 / S6

mit noch einem Strahlensatz mit s1/l1 = s0/l0 kann man nach s1 auflösen und das auch errechnen:
s1=s0/l0 * l1

Dann gehe ich an den Anfangsquerschnitt, der sich nach der linken Skizze einfach bestimmen läßt.
l1= d + s6 – l0.

Da nun s0 und l0 bekannt sind, kann man alle Formeln mit Hilfe der Strahlensätze kombinieren, so dass dort nur noch l’s und ein paar bekannte Größen drin sind. Es gibt keine Dicken s mehr und man hat weniger Variablen:
zuerst sind da die 3 Knicke:

l2-l1=pi/8 *(s1+2) und
s1/l1 = s0/l0 -> s1 =l1 *s0/l0 und
s2= l2 * s0/l0
die beiden Strahlen werden in die Knickformel eingesetzt:
l2-l1=pi/8 * (l1 * s0/i0 + l2* s0/i0) nach einigen Algebra Klimmzügen ( ausmultiplizieren und umsetzen) steht da:
l2*(1- pi/8 *s0/l0) = l1 * (1+ pi/8*s0/l0)

Analog gilt für die anderen beiden Knicke:
l4*(1- pi/8 *s0/l0) = l3 * (1+ pi/8*s0/l0)
l5*(1- pi/8 *s0/l0) = l4 * (1+ pi/8*s0/l0)

Dann setze ich die beiden Höhenformeln gleich (damit ich kein h mehr im System habe und umschreibe ebenfalls die S-werte gegen l-Werte:
h= s1 + (l3-l2) + s4 = s4+(l6-l5) + (s1+ s0)/2 |- s4

l1* s0/l0 + (l3-l2) = (l6-l5) + ((l1 *s0/l0)+s0)/2

Jetzt kommen die Tiefenformeln, die ich ebenfalls gleichsetze um t zu eliminieren. und auch hier werden über Strahlensätze alle s-Werte gegen l-Werte umschrieben:
t= l1-l0 + s2 = s3 + s5 +d
l1-l0 + l2 *s0/l0 = l3 *s0/l0 + l5 *s0/l0 +d

Mathematisch stellt das ganze eine Gleichungssystem dar. Diese Systeme sind immer lösbar, wenn die Anzahl der Gleichungen mindestens so hoch ist wie die Anzahl der Variablen. Deswegen stelle ich jetzt mal die Anzahl der Variablen zusammen:
Bekannt sind bereits s0, l0, s1, l1 , s2, l6, s6, b, d
s3, s4, s5 können wir weglassen, weil man das später mit Strahlensatz wieder aus l3, l4 und l5 berechnen kann. Die Tiefe und die Höhe h können wir auch aus den bekannte Formeln herausrechnen. Die Volumenberechnung der ungefalteten Line ist jetzt schon möglich:

V= b * (l6-l0) * (s6+s0)/2 (stimmt nicht ganz....)

Es fehlen also nur noch l2, l3, l4, l5. Dazu muss ich mir die Richtigen 4 Gleichungen zusammnenbacken. Das überlege ich mir fürs nächste Mal.

Gruß Eismann

Eismann
22.12.2012, 19:45
So wieder habe ich ein paar Ideen zum Auflösen. Die Knickformel für vorne unten
l2*(1- pi/8 *s0/l0) = l1 * (1+ pi/8*s0/l0)

nach l2 umstellen:
l2 = l1 * (1+ pi/8*s0/l0) / (1- pi/8 *s0/l0)
l2 kann man damit ausrechnen, weil rechts nur bekannte Größen stehen.

Nun nehme ich mir die gleichgesetzte Tiefenformel und normiere sie
-l0 + l1 + l2*s0/l0 - l3*s0/l0 - l5*s0/l0 =d
Ich hatte geplant, dass ich jetzt die Höhenformel mit der Tiefenformel kombiniere. Das ging aber nicht, weil sich die beiden Gleichungen irgendwie entsprechen. Stattdessen starte ich den Ansatz über das Volumen der Box. wie schon in einem früheren Post erklärt, ist das Volumen des ungefalteten Modells so groß wie das der gefalteten Version. Aber durch die beiden Teiler der gefalteten Version stimmt das nicht mehr ganz. Und die Differenzen in den Knicken ignoriere ich jetzt einfach.
In den Skizzen ist keine Breite b. Volumina werde als Seitenflächen präsentiert. Dabei bleibe ich auch. V/b = A können wir ja noch…
die beiden Flächen sind:
links. h*b und rechts (l6-l0) * (s6+s0)/2. die Teiler sind (l1-l0) *d und (l3-l2) *d
h *b = (l6-l0) * (s6+s0)/2 +(l1-l0 +l3-l2) *d
= (l6-l0) * (s6+s0)/2 +l1*d -l0*d +l3*d -l2*d

h und b muss ich jetzt auf Längenwerte umwandeln.
aus der vorderen Höhendefinition gilt:
h= s1+l3-l2 + s4
= l1*s0/l0 + l3 – l2 + l4*s0/l0

sortiert nach l’s
= l1*s0/l0 -l2 + l3 + l4*s0/l0
aus der unteren Tiefendefinition gilt:
b= l1- l0 +s2
= -l0 +l1 +l2 *s0/l0

nun müssen h *b als Terme ausmultipliziert werden (igit…)
(l1*s0/l0 -l2 + l3 + l4*s0/l0) * (-l0 +l1 +l2 *s0/l0) =

-l1*s0/l0*l0 + l1²*s0/l0 + l1*s0/l0*l2*s0/l0
+l2*l0 – l2*l1 – s0/l0*l2²
-l3*l0 + l3*l1 +l3*l2*s0/l0
-l4*s0 + l4*s0/l0*l1 + l2*l4*s0²/l0²

(l6-l0) * (s6+s0)/2 +l1*d -l0*d +l3*d -l2*d
Umwandeln auf Längen ist nicht nötig, weil s6 und s0 schon Eingaben sind. Damit der Überblick bewahrt bleibt: Unbekannte Größen sind jetzt fett:
-l1*s0/l0*l0 + l1²*s0/l0 + l1*s0/l0*l2*s0/l0
+l2*l0 – l2*l1 – s0/l0*l2²
-l3*l0 + l3*l1 +l3*l2*s0/l0
-l4*s0 + l4*s0/l0*l1 + l2*l4*s0²/l0²

(l6-l0) * (s6+s0)/2 +l1*d -l0*d +l3*d -l2*d

Ich fasse das zusammen: unbekanntes nach links und bekanntes nach rechts:

l3*(-l0+ l1 + l2*s0/l0 - d) + l4*(-s0+s0/l0*l1 + l2*s0²/l0²) =
+l1*s0/l0*l0 -l1²*s0/l0 -l1*s0/l0*l2*s0/l0 -l2*l0 +l2*l1 +s0/l0*l2² +(l6-l0)*(s6+s0)/2 +l1*d -l0*d -l2*d

das l3*d habe ich direkt auseinander genommen und in der ersten Klammer bleibt –d übrig.

Womit kombiniere ich das jetzt? die Gleichung für den oberen vorderen Knick hat auch l3 und l4:
l4*(1- pi/8 *s0/l0) = l3 * (1+ pi/8*s0/l0)
l4= l3 * (1+ pi/8*s0/l0) /(1- pi/8 *s0/l0)
Das setze ich jetzt noch in den oberen Wahnsinn ein. Mit Word und Zwischenablage kein Problem…
l3*(-l0+ l1 + l2*s0/l0 - d) + [l3 * (1+ pi/8*s0/l0) /(1- pi/8 *s0/l0)] *(-s0+s0/l0*l1 + l2*s0²/l0²) =
+l1*s0/l0*l0 - l1²*s0/l0 -l1*s0/l0*l2*s0/l0 -l2*l0 +l2*l1 +s0/l0*l2² +(l6-l0)*(s6+s0)/2 +l1*d -l0*d -l2*d

Heureka: ich habe eine Formel mit der man l3 ausrechnen kann.

Eismann
22.12.2012, 19:47
die weiteren Schritte:
l3 setze ich in der Knickformel vorne oben ein und erhalte l4
l4 setze ich in die Knickformel hinten oben ein und erhalte l5
damit sind alle Längen bekannt
mit dem Strahlensatz errechne ich die Dicken s2, s3, s4, s5 zB s2= l2/s0/l0
mit der Höhendefinition der linken Box rechne ich die Innenhöhe aus mit der Tiefendefinition rechne ich die Innentiefe aus.

so long.
Jetzt könnte die Programmierung losgehen.
Übrigens hat hier schon mal einer einen Web-Java Rechner gebaut?

Eismann
27.12.2012, 19:07
Also, in der Zwischenzeit habe ich viel herumgerechnet, Fehler gefunden und korrigiert und wieder dumm geguckt, als es dann im Vergleich mit einer Handrechnung und einer CAD-Zeichung noch immer nicht fluppte.
Aber aufgegeben habe ich trotzdem nicht. Am besten ist es, die ersten Versuche meinen ersten Beiträgen zu ignorieren (ist zu 90% Käse.:o..) und sich die nun folgende Herleitung reinzuziehen. Die ist jetzt korrekt und schlüssig und kompakter und nicht ganz so komplex geworden. Hat aber auch ein paar Tage gebraucht...

Die Skizze bleibt:
http://www.abload.de/img/tqwt2knickeskizzetxjrt.jpg

Ich beginne mit der Bestimmung von l0 über den Strahlensatz. Allerdings muss ich dazu ein anderes Dreieck wählen: (s6-s0) /l = s0/l0
l0=s0 *(s6-s0) /l
mit noch einem Strahlensatz mit s1/l1 = s0/l0 kann man nach s1 auflösen und das auch errechnen:
s1=s0/l0 * l1
l6 können wir auch einfach ausrechnen:
l6=l+l0
Dann gehe ich an den Anfangsquerschnitt, der sich nach der linken Skizze einfach bestimmen läßt. Denn wir wollen ja eine kompakte Box, bei der der Anfang des Kanals genau unter den Endquerschnitt verläuft:
l1= d + s6 + l0
Jetzt geht es um die drei 90° Knicke. Der obere zählt doppelt, dafür sind die Formeln fast gleich.
Ich suche die Bogenlänge der mittleren Faser im Knick. (Was da wirklich passiert, darüber reden wir jetzt besser nicht). Dazu nehme ich den Mittelwert der beiden Dicken (s1+s2)/2 , teile ihn nochmals durch 2 und verwende das als Radius. Der 90°-Bogen hat dann r *pi/2 als Bogenlänge. Am Beispiel vorne unten:
l2-l1=pi/2 *(s1+s2)/4 oder l2-l1=pi/8*(s1+s2)
aus dem ersten Knick können wir also vorab l2 ausrechnen:
l2=pi/8*(s1+s2) +l1
Aber als ich das zahlenmäßig an einem konstruiertem CAD-Beispiel nachgeprüft habe, bemerkte ich, dass gerade in den Knicken die Dicken einer praxisgerechten Zeichnung schnell mal 10-20mm abweichen! Würde man jetzt über den Strahlensatz diese falschen Dicken in Längen umrechnen, würde man sich locker 10cm Fehler pro Knick ausrechnen. Deswegen gilt es, den Strahlensatz von s nach l so wenig wie möglich anzuwenden. Trotzdem gibt es hier in jedem Knick die Frage: „Wie viel Kanallänge steckt hier drin?“. Deswegen wende ich den Strahlensatz trotzdem von s nach l an. Die beiden Formeln s1 =l1 /s0/l0 und s2= l2 *s0/l0
werden die beiden Strahlen in die Knickformel eingesetzt, so das s1+s2 aus der Formel verschwinden:
l2=pi/8 * (l1*s0/l0 + l2*s0/l0) +l1
Klammer auflösen:
l2 =pi/8*l1*s0/l0 + pi/8*l2*s0/l0 +l1
l2 bzw l1 zusammenfassen
l2 - pi/8*l2*s0/l0 = pi/8*l1*s0/l0 +l1
links l2 ausklammern, rechts l1 ausklammern
l2 *(1- pi/8*s0/l0) = l1 *(1+ pi/8*s0/l0)

l2 = l1 *(1+ pi/8*s0/l0) / (1- pi/8*s0/l0)
Diese Formel besagt also, dass sich in jedem Knick die Länge hinter dem Knick um immer den gleichen Faktor der Länge vor dem Knick vergrößert. Analog gilt für die anderen beiden Knicke:
l4=l3* (1+ pi/8 *s0/l0) / (1- pi/8*s0/l0)
l5=l4* (1+ pi/8 *s0/l0) / (1- pi/8*s0/l0)

Eismann
27.12.2012, 19:15
Als Vorgaben sind bekannt: s0, s6, l , d, und b . Relativ einfach berechnen kann man wie oben beschrieben l0,, l1, s1., In der folgenden Tabelle sieht man eine Übersicht der einzelnen Lineabschnitte
Abschnitt Terme
l1-l0 Bekannt: = (d+s6+ s0 *(s6-s0) /l) - s0 *(s6-s0) /l
l2-l1 Knick = l1*(1-Pi/8*s0/l0) /(1+Pi/8*s0/l0) –l1
l3-l2 Unbekannt
l4-l3 Knick, = l3*(1-Pi/8*s0/l0) /(1+Pi/8*s0/l0) –l3
l5-l4 Knick, = l4*(1-Pi/8*s0/l0) /(1+Pi/8*s0/l0) –l4
l6-l5 Abhängig von l3-l2 = l3-l2 +s1- (s1+s0)/2 -d
l Summe; per Definition: =l6-l0

die Summe aller Abschnitte ist l.
l= l1-l0 + l2-l1 + l3-l2 + l4-l3 +l5-l4 + l6-l5

Würde man den Kanal in Schaumgummi bauen, könnte man in einfach wie gewünscht falten und wüsste dann, welche Maße die Box erhält. Das Falten bewirkt, dass das Kanalende genau auf den Anfang stößt. Besonders schwierig war für mich dann die Ermittlung der noch fehlenden geraden Abschnitte l3-l2 und l6-l5 . Oder anders gesagt, die Variablen l3 und l5.

l6-l5 = l3-l2 +s1- (s1+s0)/2 -d setze als ich als Term in die obere Gleichnung ein:
l= l1-l0 + l2-l1 + l3-l2 + l4-l3 +l5-l4 + l3-l2 +s1- (s1+s0)/2 -d

In dieser Formel ist nur l5 und l3 unbekannt. Alle anderen Größen heben sich gegenseitig auf oder sind bereits bekannt:
l= -l0 +l5 + l3-l2 +s1- (s1+s0)/2 -d
Wenn man die bekannten Größen nach links umstellt, sieht es so aus:
-l0 +l5 + l3-l2 +s1- (s1+s0)/2 -d =l
+l5 + l3 =l +l0 +l2 –s1 +(s1+s0)/2 +d

Diese Formel nenne ich jetzt mal die Längenbilanzformel:
l5 +l3 =l +l0 +l2 –s1 +(s1+s0)/2 +d

Nun wird noch eine Gleichung gebraucht, die die Bogenlängen zwischen l3 und l5 beschreibt:
Dazu verwende ich noch zweimal die umstrittene Knickformel an:
l4=l3*(1+Pi/8*s0/l0) /(1-Pi/8*s0/l0) und l5= l4*(1+Pi/8*s0/l0) /(1-Pi/8*s0/l0)

Um das ganze mal übersichtlich zu gestalten: der Knickfaktor k ist der Doppelbruch mit PI und so und l0
k=(1+Pi/8*s0/l0) /(1-Pi/8*s0/l0)
wenn l3 festliegen würde, ist l4= l3*k. und dann wende ich im nächsten Knick die Formel nochmal an und erhalte l5= l4*k. Hier interessiert mich l4 nicht und rechne direkt von l3 nach l5:
l5= l3 *k²
Das Teil verwende ich nun als 2 Gleichung und ersetze l5 damit in der Längenbilanzformel:
l3*k² +l3 =l +l0 +l2 –s1 +(s1+s0)/2 +d
l3 ausklammern
l3 *(k²+1) = l +l0 +l2 –s1 +(s1+s0)/2 +d
auflösen nach l3:
l3 = [l +l0 +l2 –s1 +(s1+s0)/2 +d] / (k²+1)

l5 kann ich nun zum Beispiel mit l3*k² berechnen. Und dann lassen sich alle anderen Größen auch bestimmen.

Eismann
27.12.2012, 19:16
So das wars..

in Excel ist da auch schon was passiert. Dazu poste ich das nächste Mal.

Gruß Eismann

Eismann
28.12.2012, 18:39
fertig. :dance:
Muss mir noch Gedanken machen, wie wir das verteilen.
http://www.abload.de/img/xlsscreenshothiky7.jpg
Durch rote Unterlegung bei Kanaltiefe bei Treiberlage zeigt Excel automatisch an, dass der Treiber nicht mehr reinpasst. Deswegen wird auch Treiberdurchmesser und -tiefe verlangt.
Gruß Eismann

Eismann
29.12.2012, 09:09
@Gast
...keine Ursache, frickeln gehört zum Hobby dazu. Auch wenn es reine PC-Arbeit ist. :)

Die Email Adresse von Marcus habe ich schon. Werde es gleich dorthin senden.
Noch ein Hinweis: Der Anfangsquerschnitt muss größer null sein!

Sonst fängt das Teil wegen Division /0 an zu husten.

Gruß Eismann