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Zeitrichtig, aber wie?
#1
Question 
Zeitkritische Betrachtungen

Möchte man zwei Chassis „zeitrichtig“ verwenden, wird man versuchen, die Impulsantworten zur Deckung zu bringen. Das kann entweder mechanisch durch axialen Versatz oder elektrisch durch entsprechende Verzögerungen geschehen. Dabei ist auch auf die Polarität der Chassis zu achten. Soweit die Theorie.

Um herauszufinden, was gegebenenfalls zu tun ist, habe ich mal die Impulsantwort von einen MT und einem HT in einer Schallwand gemessen und übereinandergelegt (s. Bild). Der MT verhält sich m.E. vorbildlich, der HT zeigt ein für mich unübliches Verhalten: Die zweite Impulsspitze ist höher als die Erste und natürlich anderer Polarität. Wie ist eurer Meinung nach der HT zu verzögern? Auf die erste Spitze mit unterschiedlicher Polarität oder auf die Zweite mit gleicher Polarität zum MT? Oder hab’ ich irgendwas falsch gemacht?

Reinhard
  
   
Das Schöne an der freiheitlichen Demokratie ist, dass man seinen Horizont erweitern kann, ohne seinen Standpunkt ändern zu müssen.
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#2
Meiner Meinung nach bringt die Betrachtung der Impulsantwort keinen Erkenntnisgewinn. Wenn man die komplexen Frequenzgang hat, und sich am Übergang ein glatter Frequenzverlauf mit Schnittpunkt bei -6 dB im Übergangsbereich ergibt, sowie eine glatte Gruppenlaufzeit* ist alles in Ordnung. Die Zeitrichtigkeit ist daher eher als Mythos zu betrachten. Ob zum erreichen des vorgenannten ein (mechanisches oder elektrisches) Delay erforderlich ist kann man mit geeigneten Frequenzweichensimulationen ermitteln. Ich bin jedoch der Ansicht, dass eine Stufe in der Schallwand mehr Probleme im Abstrahlverhalten produziert, als man durch die Phasenkorrektur löst, da gibt es bessere Lösungen wie asymmetrische Filter, Allpässe oder digitales Delay für aktive Frequenzweichen. Das Abstrahlverhalten (und damit die Tonalität) wiegt immer schwerer als das Zeitverhalten.

Gruß, Onno


*Im Rahmen des erwartbaren, ich hatte das mal etwas ausführlicher niedergeschrieben: https://diy-hifi-forum.eu/showthread.php...#pid262146 Man sollte dazu aber auch die Ausführungen von Kimmo Saunisto im hinterkopf behalten, die besagen dass ein Phase mismatch das Energieverhalten in der vertikalen durchaus verstetigen kann.
wissen ist macht. nicht wissen macht auch nichts.
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#3
   

ich habe gerade drei ausgesprochen gute Mitteltöner miteinander verglichen. 
und die Impulsantwort ist maßgeblich von der Trennfrequenz beeinflusst. Hast du eine hohe Trennfrequenz so bei 4000 Hz ist ein Ein- und Ausschwingen sehr kurz, ... und das ist bei mir beim TI100 zu sehen. Die erste Spitze ist dort die maßgebende. 

Habe ich jetzt beim Faital oder dem PHL 1230 eine etwas tiefere Trennung, ist auch das Ein-und Auschwingen deutlich langsamer. Beim neuen REW kann man das besser sehen, im ETC.

   

hier habe ich die No.1 mit dem TI100 gemessen und dann zwei Messungen mit unterschiedlichen Trennfrequenzen beim Faital 5PR160 genommen, 1500 Hz und 3000 Hz. Das Ein- und Ausschwingen war bei 3000 Hz ziemlich genau so schnell wie beim TI100. 

Was will ich damit sagen, ... zuerst muss man sich überlegen wo man die Trennung geschickt legt. Sorry dass ich dies sagen muss. Ich sehe dass da entweder keine Trennung gewählt wurde oder eine viel zu tiefe für den MT. Das ist wirklich schwer zu verstehen, aber eine tiefe Trennung macht den MT träge, das ist Physik, ... 

in der Regel hat der MT einen steilen Anstieg und direkt einen steilen Abfall ohne Nachschwingungen. Mal bitte die Messung wiederholen mit anderer Trennung. 

Gruß Timo

ps. genau das beschäftigt mich seit einigen Wochen, warum ein Faital 5PR160 sich so misserabel schlecht misst wenn tief bei 1500 Hz getrennt wird, und wenn man die Trennung höher legt auf 3 kHz hat man die Exaktheit eines TI100 von Visaton, ... 
Das ist direkt durch ein Gitarrenstück (zupfende Saiten) von Klang nachvollziehbar. Erst nach der optimalen Trennung von MT und HT kann die Zeitrichtigkeit ermittelt werden, also erst wenn das Ein- und Ausschwingen perfekt ist.

und dann die gleiche Antwort wie Onno.

Andere Themen sind 100 mal wichtiger. wie man das Beispiel von mir sieht, ...
man kann direkt zwei Boxen akustisch hören bei anderen Trennfrequenzen, bei gleicher Bestückung, ... das hat natürlich auch Gründe, dass die Abstrahlung anders ist, aber die Feinheit des Mitteltons ist durch eine hohe Trennung deutlich besser. 

   
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