Hallo zusammen,
wie angekündigt habe ich es geschafft das as1086 mal zu messen und mit den Simulationen zu vergleichen.
Was ich zeitlich nicht geschafft habe ist die Messung vom XT1086. Aber das ist nachra<ngig, da es ja (zumindest mir) primär um den Vergleich von Hornlab bzw. ATH/AKABAK mit Messungen geht.
Die Simulationen sind in Beitrag #53,
https://diy-hifi-forum.eu/showthread.php...#pid337015, gezeigt.
Inzwischen habe ich das Hörnchen gedruckt und eine Halterung aus Holzresten für die Messungen so zusammengepfuscht, dass die Bedingungen weitgehend der Simulation entsprechen (Freestanding).
Das Horn selbst wurde in zwei Teilen gedruckt. Die beiden Hälften habe ich ganz pragmatisch mit Gaffa zusammengeklebt (gut genug, die Kontur ändert sich ja nicht).
Der verwendete Treiber ist ein BMS 4550.
Im direkten Vergleich der beiden Hörner (XT vs. AS) sieht man, dass das XT1860 einen leichten Diffraktionsschlitz verwendet, das AS1086 eben nicht. Außerdem ist das XT1086 voll elliptisch, während ich für das AS1086 die Ellipse in Richtung Rechteck modifiziert habe (Lamé-Koeffizient = 3).
So sieht das aus:
Aufgrund des Wetters musste ich drinnen messen. Der Messabstand betrug 1,25 m - er soll eben so groß sein, dass es keine Nahfeldeffekte mehr gibt. Wäre ich draußen gewesen, hätte ich mind. 2 m genommen. Aber das geht Indoor eher schlecht. Mit dem Aufbau wie gezeigt, habe ich eine reflexionsfreie Gatelänge von 4.5 ms.
Hier nun die Messergebnisse für das as1086:
Zunächst mal die Abbildung der Frequenzgänge, für die Horizontale in 15° Inkrementen bis 90° und für die Vertikale in 5° Inkrementen. Gemessen wurde aber durchgängig mit 5° Inkrement bis 90° dann 15° bis 120° und dann 20° bis 180°.

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Doe Polardiagramme sehen wie folgt aus:
Und schließlich noch die Auswertung für die -6dB-Winkel und DI:
Insgesamt kann man schon mal feststellen, dass die Abstrahlwinkel über der Frequenz sehr konstant eingehalten werden.
Der Mittelwert der -6dB Grenzen für die Horizontale beträgt für Frequenzen zwischen 1,6 und 16 kHz 82° horizontal und vertikal zwischen 3 kHz und 16 kHz 68°.
In der Horizontalen wird der Zielwert gut erreicht, vertikal ist die Abstrahlung etwas breiter als der Zielwert von 60°.
Die Standardabweichung des -6dB Winkels beträgt horizontal 4.5° und vertikal 2.5°. D.h. die Schwankungsbreite des -6dB-Winkels ist schon sehr gering.
Oder um es mit der von Köter in Beitrag #59 gezeigten Euphorie zu bezeichnen: Das ist nicht ganz schlecht.
Im Vergleich zur Simulation zeigt sich eine breitere Abstrahlung in horizontaler und vertikaler Richtung.
Hornlab hat horizontal etwa 79° vorhergesagt, AKABAK einen sich verbreitenden Winkel von ca. 72° um 1.6 kHz auf 78° bei 10kHz. Diese Auweitung ist in der Messung am DUT nur ansatzweise erkennbar und es strahlt eben breiter ab.
Die vertikalen Unterschiede sind etwas größer, Horlab sagt hier ca. 63° voraus, AKABAK gibt 60° an, die Messung sind eben 68° im Mittel.
Über alles ist Hornlab was Verlauf des Abstrahlwinkels über Frequenz, sowie Abstrahlbreite angeht, näher an der Messung. AKABAK ist hier etwas konservativer.
Was die vorhergesagte Einschnürung am unteren Ende des Übertragungsbereiches angeht, fällt diese in der Messung deutlich weniger ausgeprägt aus als in den Simulationen mit Hornlab bzw. AKABAK.
Falls jemand eigene Experimente antellen möchte, oder auch einfach nur das as1086 drucken möchte, ist hier noch die STEP Datei (ich hoffe ich habe auch die richtige Datei rausgefischt:
OS_1120_257x214.step.zip (Größe: 115,49 KB / Downloads: 0)
Bis dann,
André
Edit: Nur um das nochmal einzuordnen: Die Abweichungen zwischen Simulation und Messung liegen um 5...10%. Wenn man nun noch Messungenauigkeit etc. einbezieht, ergibt sich schon eine sehr gute Übereinstimmung zwischen Simulation und Messung.
Was ich aber hilfreich finde, ist eben einschätzen zu können wo ggf.Abweichungen auftreten, dann kann man das in der Simulation berücksichtigen und muss weniger Prototypen bauen.