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Hochtonanpassung mit L-Pad bei Breitbänder
#1
Morsche zusammen!

Ich baue gerade ein Paar "Vogelhäuschen" mit einem EAD100HD (Nachfolger vom Jordan JX92). Mit dem Sperrkreis hat er mir immer noch zu viel Hochton. Dann ist mir aufgefallen, dass es besser klingt, wenn ich den C aus dem Sperrkreis einfach weg lasse. Also habe ich nur ein L und ein R parallel. Jetzt dachte ich, es wäre doch schön, man könnte den R durch einen L-Pad ersetzen und so die HT-Absenkung anpassen. Dann könnte man in dem Bereich zwischen "ganz ohne L" (L-Pad ganz auf) und "ganz ohne R" (L-Pad ganz zu) regeln. Der Bereich wäre dann etwa wie folgt:

   

Der einfache Sperrkreis ohne C sieht natürlich so aus:

   

Wenn ich jetzt den R durch den L-Pad (Dargestellt als Spannungsteiler) ersetzen möchte, würde ich das "spontan" so verschalten:

   

Oder würde man denn nicht eher den Spannungsteiler "normal" verschalten wie vor einem Hochtöner und mit dem L überbrücken, also so:

   

Laut Simu müsste beides gehen. Und die Impendanz sollte sich auch nicht dramatisch ändern. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, ich sitze gerade auf der Leitung. Hat jmd eine Idee? Übersehe ich hier irgendwas? Danke schonmal!

Beste Grüße
Stefan
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#2
Moin Stefan,
der Breitbänder fällt unter Winkel ja stark ab, deswegen ist ohne Absenkung (die dann zu wenig Hochtonenergie in den Raum abstrahlt) ein Anwinkeln um 15° die beste Lösung, dann sollten die Höhen passen.
Ganz interessant ist in diesem Zusammenhang der Artikel in der HobbyHifi 4/2021 "J-Line" mit dem EAD ...
Gruß Klaus

Meinen tut der, der zum Wissen zu faul und zum Glauben zu schwach ist (Lisa Eckart)
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#3
Moin Stefan,

bedenke bei Deiner Spannungsteiler Idee das der Widerstand der Spule (0,45 Ohm) zum 3,3 Ohm R parallel liegt - gibt rechnerisch einen Gesamt R von 0,396 Ohm.

Die Schalte - L gebrückt von einem R setze ich gern bei BB ein um einen zu starken Anstieg zum SHT hin ein wenig einzudampfen.
Eine zu starke linearisierung klingt meist zu dumpf....Anwinkeln kann eine gute Alternative sein.
Gruß Karsten

Wenn die Menschen nur über das sprächen, was sie begreifen, dann würde es sehr still auf der Welt sein.
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#4
Morsche Klaus und Karsten,

Danke für Eure Posts. Klaro war meine Idee, einen Lautsprecher komplett ohne Frequenzweiche zu bauen, ein wenig inspiriert von der Sibelius, aber in einem kleineren Gehäuse mit einem "Format" eher wie die Devore oder Audio-Note Lautsprecher.

Das klappt auch recht leidlich, auch wenn die Möglichkeiten des EAD1000HD im Bass begrenzt sind. Auf Dauer hat das Chassis aber so einen bestimmten "Eigenklang". Und ich mag den eher volleren Klang eines nach oben konstant leicht fallenden Frequenzgangs. Der "Sperrkreis ohne C" hat mich echt ein gutes Stück nach vorne gebracht. Das war auch unter allen möglichen Einwinkelungen so nicht zu erreichen.

Jetzt hatte ich halt die Idee, je nach Raum und persönlicher Vorliebe, durch das Poti und die Einwinkelung den Klang des Lautsprecher jeweils anpassen zu können. Wenn ich das Poti voll auf mache, ist ja die Spule überbrückt und ich höre das Chassis ganz ohne Weiche. Das könnte ich halt nicht, wenn ich einen Festwiderstand einbaue.

In der Simu (Hilfsweise mit dem B100) scheint die "parallele" Verschaltung etwas besser weg zu kommen:

   

Bei der "seriellen" Verschaltung verliert man wohl mehr im TT und die Dämpfung im HT ist geringer (also mehr eine Parallel-Absenkung):

   

Es hilft nichts: Löten, messen und hören....

Beste Grüße
Stefan
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#5
(16.12.2025, 08:59)Mucke schrieb: .... Auf Dauer hat das Chassis aber so einen bestimmten "Eigenklang".... 



Es hilft nichts: Löten, messen und hören....

Moin Stefan,

ich könnte mir vorstellen (ohne das Chassis zu kennen) das die aufbrechende Alu Membran, im Bereich um 10Khz,
zum "Eigenklang" seinen Beitrag leistet.

Wenn Du experimentieren magst miss doch mal einen Sperrkreis ,in dem Bereich ein, der das etwas reduziert.....
....und dann Probehören. Smile
Auf der Hersteller HP fand ich den Chassistest vom MKII aus der HH - da bricht die Membran um 12-15Khz auf.....im Datenblatt zwischen 7-13Khz.
https://www.eadsweden.com/drive-units/ead-e100hd-mkii

Vor Jahren habe ich mal zum Spaß einen Fountek FW166 TMT als BB mißbraucht - der hat ebenfalls eine Alu Membran
und klang unbeschaltet obenraus sehr "metallisch".
   
Beschaltet war das durchaus anhörbar.
Gruß Karsten

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#6
Moin Karsten,
da oben passiert was, das ist richtig. Wenn man sich in der HH die Entwicklung der "J-Line" mit diesem Chassis anschaut, sieht man:

- im Wasserfall klingt das Aufbrechen ratz-fatz ab
- aber auf Achse sind das locker 10dB zu laut
- unter 15° perfekt vom Pegel

Timmi setzt dafür aber, neben den Mitten, einen weiteren Sperrer zwischen 5 und 10kHz und nimmt da etwa 5dB raus (8R2 / 0mH1 / 4µ7). Die Wirkung kann man mit der R noch +/- einstellen.

Nachtrag: Ohne Mitten-Sperrkreis sind es dort auch 5dB zu viel. Wenn die Schallwandbreite in der Region 20cm liegt, würde ich die Beschaltung von Timmi 1:1 übernehmen.
Gruß Klaus

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#7
Moin Klaus,

mit der HH vor Augen kannst Du das sicher besser beurteilen als ich..... Smile
Zitat:Timmi setzt dafür aber, neben den Mitten, einen weiteren Sperrer zwischen 5 und 10kHz und nimmt da etwa 5dB raus (8R2 / 0mH1 / 4µ7). Die Wirkung kann man mit der R noch +/- einstellen.
Genau das habe ich gemeint und vermute das der "Klangcharakter" auch damit beeinflusst wird...Metallmembran halt. Angel
Messtechnisch mag das nicht mal sonderlich auffällig sein ?!

Ich erinnere mich noch gut an Ton-Feiles ausgezeichnete Tafal - Rainer hat damals dem AL130 eine Entzerrung, weit hinter der Trennung,
verpasst um die schmalbandigen Metall Membran Resos (auch klanglich) raus zu bekommen.
Ich weiß - ist nicht direkt vergleichbar......
Gruß Karsten

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#8
(16.12.2025, 13:09)4711Catweasle schrieb: Genau das habe ich gemeint und vermute das der "Klangcharakter" auch damit beeinflusst wird...Metallmembran halt. Angel
Karsten,
tu doch der armen "Blechtröte" kein Unrecht - der Wasserfall ist da glatt wie ein Kinderpopo. Das ist einfach der Baffle-Step in der 20cm Schallwand (deshalb zeigt sich das im Chassis-Test auch nicht Wink ).
Gruß Klaus

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#9
(16.12.2025, 13:29)mechanic schrieb:  Das ist einfach der Baffle-Step in der 20cm Schallwand (deshalb zeigt sich das im Chassis-Test auch nicht Wink ).

Zwischen 5-10Khz? With_monocle
   

Im Datenblatt des MKII zeigt sich das:
   
Gruß Karsten

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#10
Mistverständnis: Der Sperrer in den Mitten geht von 200Hz bis 4kHz -Bafflestep- und dann kommt der Sperrer für die 5dB-Stufe zwischen 5 und 10kHz (ist in der Kiste noch ausgeprägter als bei der Baffle-Messung ....).

Ohne die beiden Sperrkreise geht es im relativ schmalen Gehäuse nicht.
Gruß Klaus

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#11
Morsche zusammen! 

Na hier ist ja was los  Shy Interessante Diskussion zu "Chassis-Materialien". Ich kann hierzu noch mit ein paar Messungen beitragen. In grün die beiden EAD100HD und in rot zwei Visaton B100:

   

Alle Chasssis eingebaut in 30cm breite Schallwände. Gemessen wurde auf Achse 20cm vor dem Chassis. Ich finde es erstaunlich, wie ähnlich die beiden in der Grundausrichtung sind. Erstaunlich auch wieder einmal die hohe Fertigungsqualität = niedrige Toleranz bei den beiden Visatönern.

Ich finde trotzdem (Vorsicht: Subjektiver Höreindruck):
  • Der EAD100HD hat einen "Eigenklang", schon "metallisch" aber eher "kehlig" im Stimmenbereich und er schafft eher eine Raumillusion. Ich mag das ja grundsätzlich.
  • Der B100 klingt einfach komplett neutral, nicht langweilig, schon dynamisch, aufgrund des ansteigenden Frequenzgangs auf Achse natürlich eher "spitz" oder "scharf" aber nicht "metallisch". 

Und ich bin auch überrascht, wenn man mit dem Sperrkreis arbeitet, dass man auch kleinste Veränderungen im 1-3db Bereich ohne große Mühe wahrnehmen kann und sie wirklich wesentlichen Klangeinfluss haben. Deshalb ja auch die Idee der Feineinstellung mit den Potis.

Beste Grüße
Stefan
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