Beiträge: 539
Themen: 23
Registriert seit: 26.11.2008
02.02.2026, 17:30
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: Gestern, 08:46 von ente.)
Am Freitag hat ein Freund ein Mikrofon zum Kalibrieren vorbeigebracht. Eigentlich keine große Tat, aber diesmal kam mir das Ergebnis der Druckkammermessung (siehe
https://artalabs.hr/AppNotes/AP5_MikroMe...v03Ger.pdf) etwas seltsam vor. Dann fiel mir ein, dass ich um meinen Messaufbau nicht immer auseinander reißen zu müssen, eine separate Phantomspeisung (Behringer PS400) zugelegt hatte. Sollte der Wechsel der Phantomspeisung die Ursache sein?
Also habe ich verglichen: Behringer PS400 gegen Palmer PAN 48.2. Das PS400 bietet 12V und 48V als Speisespannung an. Laut Spezifikation der Mikrofonhersteller sollten die Testobjekte mit folgenden Speisespannungsbereichen zurecht kommen: ISEMcon EMX-7150 12V-52V, Audix TM1 18V-52V.
Hier die Ergebnisse:
Gruß
Heinrich
PS: Man achte auf den Frequenzbereich (1Hz bis 1 kHz).
Damit bleibt auch das EMX7150 innerhalb der gesetzten Toleranz in der Spezifikation.
Beiträge: 1.203
Themen: 173
Registriert seit: 08.06.2009
Interessant, aber was genau ist jetzt unterschiedlich an den beiden Phantomspeisungs Geräten ?
Bei einigen Mikros habe ich schon mal unterschiedliche Empfindlichkeiten bemerkt abhängig von der Phantomspeisung 12V / 24V / 48V,
d.h.bei der SPL Kalibrierung. Da wird ja in der Regel nur bei 1 kHz gemessen.
Weiter liegt der max. SPL eher höher bei 48V bevor die Klirr Grenze errichte wird.
Wie gesagt die Ursache wäre schon interessant. Im Moment nutze ich einen Akku betriebenen Speise Adapter weil der so schön klein und damit praktisch ist.
Grüße Dirk
Beiträge: 2.307
Themen: 129
Registriert seit: 18.07.2012
Das Isemcon ist ein Elektret, das Audix müsste auch ein sein, insofern bekommen beide keine externe Polarisationsspannung, zu der die Empfindlichkeit proportional wäre.
Was dann bleibt, ist vor allem die Verstärkerschaltung, im einfachsten Fall ein FET in Source-Schaltung, wobei zumindest Isemcon was ausgeklügelteres hat, vermutlich ein Source-Folger und Bootstrap. Trotzdem könnte die Verstärkung von der Versorgungsspannung abhängig sein, aber dann sollte sie das weitgehend frequenzunabhängig machen.
Siehst Du die Frequenzgangunterschiede nur bei diesem sehr hohen Pegel oder auch bei geringeren? Wenn nur bei hohem: vermutlich wird aus den Längswiderständen in der Versorgung und im Verstärker mittels Elkos die Betriebsspannung gebildet, und bei sehr niederfrequenten Signalen geht die Spannung über den Elkos in die Knie. Das ist so ähnlich wie in den Tests von Verstärkern oder DACs bei audiosciencereview. Da ist manchmal die Verzerrung bei 20 Hz deutlich schlechter, oder es wird nicht die gleiche Leistung erreicht wie bei höheren Frequenzen. Oft ist es eine Betriebsspannung, die da in die Knie geht.
Wenn es nicht vom Pegel abhängt, dann sind es vermutlich Koppelelkos, aber dann müssten wir noch postulieren, dass deren Kapazität von der Spannung abhängt. Das kommt durchaus vor, aber eigentlich nicht mit Änderungen von Faktoren, wie es für 10 dB Unterschied notwendig wäre.
Beiträge: 539
Themen: 23
Registriert seit: 26.11.2008
Ja, beide Mikrofone sind Elektretmikrofone, beide haben eine fast identische Empfindlichkeit und wurden unter identischen Bedingungen gemessen. Ich habe nicht erwartet, dass ein Wechsel der Phantomspeisungsquelle (beide Spezifikationen sind im Netz verfügbar, allerdings gibt die vom PS400 nicht viel her) einen derartigen Einfluss hat. Btw, es gab auch Pegelunterschiede in der Größenordnung 1 dB, die ich in den Bildern zwecks besserer Vergleichbarkeit der Frequenzgänge allerdings ausgeglichen habe.
Ich versuche im Laufe der Woche noch Messungen bei geringeren Pegeln nachzuliefern.
Gruß
Heinrich
Beiträge: 107
Themen: 2
Registriert seit: 21.12.2009
Ähnliches war mir beim konstruieren eines Mikrofonvorverstärkers für eine Messbox, hierzu Test mit unterschiedlichen Mikrofonen und Mikrofonkapseln auch aufgefallen. Die Höhe der Phantomspannung und Generierung der selben (Ausgangswiderstand → Spannungabfall) haben Einfluss. Insbesondere zu hohen Pegeln sind Frequenzgangunterschiede zu tiefen Frequenzen, im Klirrverhalten, insgesamt auch betreffend Grundrauschen der Mikrofone, abhängig von Spannung und Strom gegeben.
Im Vergleich getestete Mikrofonvorverstärker diverser Anbieter (externe Soundkarten) wiesen erhebliche Unterschiede betreffend Spannung, Ausgangswiderstand sowie Beschaltung bei symmetrischem (XLR) Anschluß auf.
Die Meßbox war auch für audiologische Messtechnik, Messen von Hörgeräten, hier sind hohe Schallpegel gegeben, gedacht. Daher ein besonderes Augenmerk zu hohen Messpegeln.
Leider habe ich die Messprotokolle nicht mehr vorliegen, vielleicht ist das geschriebene ja trotzdem etwas hilfreich.
Gute Zeit