Messungen fertigte ich dazu noch nicht, teste es aber auch öfter mal im "try and error" Verfahren.
Schlichte Acrylwatte wie z.B. Sonofil meide ich, da m.E. echte Schafwolle im Grundton- und im Mitteltonbereich wirksamer ist, und sich bei meinen DIY-Boxen als klanglich vorteilhaft erwies.
Die Innenwände beklebe ich mit Damping-10, Damping-20 oder Damping-30 (aus dem Kfz-Handel, deutlich günstiger als das "originale" Intertechnik Damping-10 bzw. -30).
Im Heft 05/2020 der Hobby Hi-Fi hat im Zuge der Audimax Reference Standard Entwicklung Herr Timmermanns eine große Messreihe für den Visaton TIW-250xs Bass im knapp 60 ltr. großen BR-Gehäuse dokumentiert: Arcylwatte, Bodum-800 und Damping-30 im Vergleich.
20.10.2026, 07:40 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 20.10.2026, 07:42 von walwal.)
Schlaumeiermodus an: Sonofil ist nicht Acryl, sondern PET (Polyester (Polyethylenterephthalat). Wird gerne aus PET-Flaschen recycelt.
Das kann wirksam sein, wenn es den passenden Strömungswiderstand hat. Ist aber alles schon geschrieben....
Moin zusammen,
das ist schon ein spannendes Thema. Wir betrachten aber das Dämmmaterial isoliert von Einsatzbereich (Übernahmefrequenz BMT, MT und HT und losgelöst von der Positionierung des Dämmmaterials. Auch die Menge, das Volumen und die Dichte wird hier außen vor gelassen.
Grundsätzlich wird nach dem Motto "viel hilft viel" gehandelt.
Ich denke, wenn wir schon so tief in die Materie eintauchen, sollten wir das Ganze betrachten?
(20.10.2026, 07:57)Kaspie schrieb: Ich denke, wenn wir schon so tief in die Materie eintauchen, sollten wir das Ganze betrachten?
Über das Gesamtsystem (nicht nur WAS sondern sehr viel WIE und WO und WARUM EIGENTLICH) haben wir tatsächlich auf den ersten Seiten sehr viel diskutiert.
Moin Koaxfan,
ja, diskutiert wurde viel. Aber valide Ergebnisse konnte ich nicht erkennen.
Die unterschiedliche Positionierung des Dämmmaterials in der Box (direkt an er Wand, Abstand zur Wand ) und Einsatzbereich wurde nicht berücksichtigt. Oder habe ich da etwas überlesen?
Philips/Valvo und Klein und Hummel haben das DM auf Abstand zu den Wänden angebracht.
Die OZ in Restauration. Auf den dicken Balken kam da DM
ich habe das (Einfluß des Wandabastands von Dämpfungsmaterial auf die Dämpfung) vor >10 Jahren im LB2-Thread (Beitrag #22 folgende...) gemessen und dokumentiert.
Leider sind die Bilder nicht mehr sichtbar, ich schaue nach, ob ich die Abbildungen der Messungen noch finde und stelle sie dann ggf. hier rein...
20.10.2026, 09:47 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 20.10.2026, 09:50 von JFA.)
Ihr versucht immer noch, Hohlraummoden mit Methoden zur Verbesserung der Raumakustik oberhalb der Schröder-Frequenz zu bekämpfen. Die bringen zwar eine Verbesserung (jedes Dämpfungsmaterial macht es irgendwie besser), sind aber ineffizient.
Ihr müsste an Räume unterhalb der Schröder-Frequenz denken, also was man macht um Raummoden zu bekämpfen.
20.10.2026, 09:48 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 20.10.2026, 10:12 von Koaxfan.)
(20.10.2026, 09:05)Kaspie schrieb: ja, diskutiert wurde viel. Aber valide Ergebnisse konnte ich nicht erkennen.
Die unterschiedliche Positionierung des Dämmmaterials in der Box (direkt an er Wand, Abstand zur Wand ) und Einsatzbereich wurde nicht berücksichtigt. Oder habe ich da etwas überlesen?
Philips/Valvo und Klein und Hummel haben das DM auf Abstand zu den Wänden angebracht.
1. Die Anregung verhindern: Durch Chassisposition und Gehäusegeometrie lassen sich bestimmte Moden deutlich schwächer anregen. Besonders interessant ist dazu Jeong-Guon Ih, *Acoustic Wave Action Inside Rectangular Loudspeaker Cabinets* (JAES, 1991). Er untersucht ausdrücklich, wie man mit der Position von Chassis und Bassreflexöffnung Gehäuseprobleme auch ohne Absorptionsmaterial minimieren kann. Vorgehen: Aktuell gegebene Parameter darauf anwenden (lassen) und dann überlegen, was noch verschoben werden kann, was nicht.
2. Die unerwünschte Kopplung reduzieren: Eine Gehäusemode muss nicht zwangsläufig stark bedämpft werden, wenn sie kaum auf die Membran zurückwirkt oder über den BR-Port abgestrahlt wird. Beispielsweise kann die Position der inneren Portöffnung an einem Druckknoten einer bestimmten Mode deren Abstrahlung reduzieren. KEF hat solche Ansätze bei der LS50 untersucht. Auch hier: Nur die wirklich unumstößlich gegebenen Parameter festsetzen, Rest berechnen lassen. Ich blicke ganz verträumt hier vor mir in eine ohne-Seitenwand-rumstehende DreiZwo und deren eben an genau dieser Position gesetzten BR-Kanäle.
3. Verbleibende Moden gezielt bedämpfen: Für eine einzelne dominante Resonanz ist ein abgestimmter IHA an einem Druckmaximum interessant. Poröses Material wirkt dagegen über die Schallschnelle. Deshalb kann eine dickere, gezielt platzierte Absorberschicht wirksamer sein als eine dünne, flächige Rückwandbelegung. Auch Resonanzrohre oder verlustbehaftete Absorptionskanäle sind konstruktive Alternativen. Berechnen ist gut, messen ist besser. Nicht umsonst sieht man oben die Höhenverstellung des IHA durch Legosteine.
Und jetzt erinnern wir uns: Es geht um einen Breitbänder ab etwa 350–400 Hz. Ist denn das Holz schon bestellt? Verleimt? Davon ist abhängig ob es Sinn macht, überhaupt daran nochmal zu drehen.
Gerade das Patent von Dickie möchte ich nochmal hochheben: Er trennt das weitgehend verlustarme Bassreflexvolumen von einem gezielt verlustbehafteten Absorptionskanal. In seinem dokumentierten Prototyp konnte er damit eine ausgeprägte Gehäuseresonanz unterdrücken, ohne die BR-Abstimmung wesentlich zu beeinträchtigen.
(12.10.2026, 08:21)Olaf_HH schrieb: Frage:
Wie Messe ich am besten die Dämpfungseigenschafften der Stoffe, wie stark die Schall in bestimmten Frequenzbereichen reduzieren.
Moin Olaf,
ahnlich wie der mechanische Klaus gehe ich auch vor.
Wobei ich der Impedanzmessung den Vorzug gebe und Nahfeld als Ergänzung mache.
Ich bin dabei zu ganz ähnlichen Ergebnissen (geeignete Bedämfung) gekommen.
Im Grunde muß man erstmal festlegen um welchen Frequenzbereich es geht - bedämfung einer MT Kammer
muß ggf. anders angegangen werden als ein TT in einem (höheren) Gehäuse.
Da ich kein Freund von: " Nimm Produkt XYZ, das wird ganz toll" bin, sondern im konkreten Gehäuse
ein entsprechendes Ergebnis haben möchte messe ich das im Prinzip immer.
Da ist es dann auch egal ob ich eine Schale Gurkensalat oder von Jungfrauenhänden gepulte Kokosnussschalen an die Innenwände klatsche.
Außerdem sollte man sich bei der ganzen Aktion nicht verzetteln - nicht jedes bißchen Störung ist nachher auch hörbar.
Dabei hat mir die Erfahrung gezeigt das ab ca. 300Hz aufwärts Noppenschaum* (bei mir gern 40mm) bereits sehr gut funktioniert,
unterhalb 300Hz setze ich gern Rainers 1/4 Wellen Resonatoren ein (alternativ der von Klaus genutzten IHA).
Als Beispiel ein Standgehäuse* für einen TMT, also 2Wege.
Wichtig finde ich ein stringentes Vorgehen, Impedanz: Freeairmessung in Einbaulage:
So sieht man alle Störungen die aus dem Chassis stammen - lassen sich nicht weg bedämfen.
Imp Messung in komplett unbedämftem Gehäuse:
So sieht man alle Störungen die durch das Gehäuse verursacht werden.
Mit 40mm Noppe und 1/4 Wellen Resonator sah das dann so aus:
Man sieht gut das die Störung oberhalb 300Hz (stammt aus dem Chassis) von der Bedämfung nicht beeinflusst wurde.
Gruß Karsten
Wenn die Menschen nur über das sprächen, was sie begreifen, dann würde es sehr still auf der Welt sein.
(12.10.2026, 08:21)Olaf_HH schrieb: Frage:
Wie Messe ich am besten die Dämpfungseigenschafften der Stoffe, wie stark die Schall in bestimmten Frequenzbereichen reduzieren.
Man sieht gut das die Störung oberhalb 300Hz (stammt aus dem Chassis) von der Bedämfung nicht beeinflusst wurde.
Sehr geil. Genau so. Schöner kann man es nicht zeigen.
20.10.2026, 17:14 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 20.10.2026, 17:22 von 4711Catweasle.)
(20.10.2026, 15:52)Olaf_HH schrieb: Mir gings es ums grundsätzliche Testen von Materialien in diesem Fall unabhängig einer Speziellen Box.
Hi Olaf,
ist doch ganz einfach.....
Impedanzmessung:
- Freeairmessung senkrecht eingespannt
- Imp Messung in Deinem Test Gehäuse* komplett unbedämft
- Und danach, nacheinander, alle möglichen Bedämfungsmaterialien die Dir einfallen.
Ideal zum Vergleich gegen die Messung im unbedämften Gehäuse (in einem Fenster) ....zum Schluss Auswertung aller Messungen (Materialien/Positionierung in der Box).
*Dabei muß Dir klar sein das, abhängig von den Gehäuse Dimensionen, die Störungen unterschiedlich zu liegen kommen.
Würde das Gehäuse (für eine allgemeingültige Aussage) so dimensionieren das auch um / unterhalb 200Hz eine "Längsmode" auftritt...
....dann sieht man auch die Wirkung der Bedämfung darauf.
Edith meint: Gehäuse ventiliert hätte noch den Vorteil das man Reduzierung des (Tief) Basspegels ebenfalls ermitteln kann.
Gruß Karsten
Wenn die Menschen nur über das sprächen, was sie begreifen, dann würde es sehr still auf der Welt sein.
Hallo Karsten,
danke für Deine Ausführungen. Viel anders hätte ich jetzt auch nicht gemacht, wenn ich es machen würde.
Ich möchte aber bitte auf die Resonanz des Chassis bei ca. 320Hz und der Reflexion durch die Kiste bei ca. 220Hz eingehen eingehen
Erst einmal die 220 Hz:
Bei Lamda/4 wäre die Box ca. 39 cm tief?
Zu der 320Hz Resonanz:
Diese interessiert mich sehr und ich hätte dazu eine spezielle Frage:
Wie verhält sich diese bei unterschiedlichen Einbau?
Messung ohne Schallwand
Messung mit Schallwand
(Gestern, 08:37)Kaspie schrieb: Resonanz des Chassis bei ca. 320Hz
So etwas ist gerne eine Helmholtz-Resonanz, geformt durch das Volumen hinter der Dustcap und die Polkernbohrung, gerne auch noch in Wechselwirkung mit dem Hauptvolumen.
Eine andere beliebte Möglichkeit sind kleine Chassis in dicker Schallwand, da ist das dann was ähnliches (aber üblicherweise bei höheren Frequenzen als 320 Hz)
Gestern, 11:18 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: Gestern, 11:21 von walwal.)
(Gestern, 10:26)JFA schrieb:
(Gestern, 08:37)Kaspie schrieb: Resonanz des Chassis bei ca. 320Hz
....
Eine andere beliebte Möglichkeit sind kleine Chassis in dicker Schallwand, da ist das dann was ähnliches (aber üblicherweise bei höheren Frequenzen als 320 Hz)
Jepp, da hilft es, die Innenseite des Chassisausschnittes anzufasen.