Wir renovieren zZt. unser Haus ziemlich fundamental.
Daher ist das Wohnzimmer nicht nutzbar - Möbel und Lautsprecher stehen in der Garage...
Beim Betrachten meiner Basshörner, die dort in der Ecke stehen ist mir eine Uberlegung gekommen, die ich hier gerne mal zur Diskussion stellen möchte:
- Für den Frequenzbereich vom tiefsten Bass bis ca 600Hz setze ich ACR Eckhörner ein mit 15Zoll Beyma 15G400
- Die Eckhörner habe ich vor gut 25Jahren mal gebaut
Das Klipschorn ist prinzipiell ein hyperbolisches Front-loaded Horn mit rückseitigem geschlossenem Volumen.
Jetzt kommt meine Frage:
- Mir ist die Idee gekommen einmal zu probieren, was sich wohl im interessierenden Frequenzbereich 30-600Hz tun wird, wenn ich die gesamte Rückkammer mit Schallschluckendem Material vollstopfe ! Bisher ist die Kammer nämlich vollkommen unbedämpft!
- Ich war mit unbedämpfter Rückkammer keineswegs unzufrieden mit dem Midbass - die Messungen zeigten nur eine kleine Resonanz bei 300Hz, die allerdings bei den Originalmessungen von Beyma von dem verwendeten Chassis auch zu sehen sind. Der Wirkungsgrad is bei 600Hz ca 6db geringer als im Maximum von ca 80..100Hz - die Grenzfrequenz des Horns liegt bei 50Hz...
Also:
Wie verändert sich die Charakteristik im Frequenzgang wohl, wenn die Rückkammer stark bedämpft ist ?
- geringerer Wirkungsgrad ?
- Bessere Linearität im Midbass ?
- Weniger Bass ?
- Bessere Impulstreue, oder genau das Gegenteil ??
- Was passiert wohl mit dem Frequenzgang ?
Was sagt die Theorie ? Bedämpfung könnte man ja auch als Vergrösserung des rückwärtigen Volumens auffassen (ca 30%?)
Wie macht das Klipsch eigentlich selber beim Klipschorn... ist beim Original die Rückkammer bedämpft ?
Also - die Hornexperten sind gefragt !
Würdet Ihr das überhaupt empfehlen die Rückkammer stark zu bedämpfen anstatt leer zu lassen ?
Das Horn ist gut gebaut - da rappelt nix - also um lose Bretter weniger rappeln zu lassen brauche ich nix reinstopfen in die Rückkammer...
Momentan kann ich noch nix ausprobieren, denn wir müssen noch eine Mauer rausbrechen und die Statik auffangen mit einer neuen Stahlkonstuktion - dann kommt der Umbau und irgendwann kann ich meine Lautsprecher auch wieder hören - dann will ich eigentlich ein paar Tests machen, je nachdem, was hier evtl. als Empfehlung sich herauskristalisiert...
Hier noch eine Messung, die ich schon einmal hier gepostet habe:
Das Klipschhorn hat die rückwärtige, geschlossene Kammer vollständig leer...
Vielleicht ist der Mittelton ja durch richtige Bedämpfung der Rückkammer noch sauberer zu kriegen ?!
Uli_Bel schrieb:- Für den Frequenzbereich vom tiefsten Bass bis ca 600Hz setze ich ACR Eckhörner ein mit 15Zoll Beyma 15G400[...]
[...]was sich wohl im interessierenden Frequenzbereich 30-600Hz tun wird, wenn ich die gesamte Rückkammer mit Schallschluckendem Material vollstopfe ! Bisher ist die Kammer nämlich vollkommen unbedämpft!
Meine Theorie: Ob die Rückkammer bedämpft ist oder nicht, macht da auch nicht mehr viel. Das "Horn" wird ab spätestens 200 Hz eh so viele Resonanzen produzieren, dass das bisschen aus der Rückkammer da auch den Braten nicht mehr fett macht. Was ändern wirds schon, aber ob das letztendlich ein signifikanter Unterschied ist? Ich glaube nicht.
Interessant wäre da höchstens noch die größte Ausdehnung der Rückkammer in einer Richtung, von der aus man auf die tiefste Stehwellenresonanz schließen könnte. Unter dieser Frequenz dürfte sich nur sehr wenig ändern.
Ich kann Dir ajhorn sehr empfehlen, damit werden Dir solche Auswirkungen sehr gut verdeutlicht!
Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten, sie fliehen vorbei, wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger erschießen. Es bleibet dabei: Die Gedanken sind frei.
Das Klipschorn bzw die Kopie des ACR Eckhornes ist bis max 400 Hz ausgelegt. Der damalige Becker-Bass hatte eine Güte, die nicht unbedingt für ein Horn ausgelegt war. Dieser Trick mit der etwas höheren Güte hatte zut folge, dass der Tiefbass etwas höher gelegt wurde, dafür die 400Hz erreicht wurden. Eine Bedämpfung war meines Wissens nie nötig. Sollte auch kontraüroduktiv sein.
Hi Jesse,
ich widerspreche Dir ja ungerne. Paul musste den Frequenzbereich nach oben bringen um das K400 besser anpassen zu können. Ein größeres Horn war schwierig und der WE555 nicht käuflich verfügbar.Deswegen musste Paul etwas tricksen
So sagen es jedenfalls die Mythen und Gerüchte. Ist aber auch irgendwo nachzulesen. Leider ist mir der Artikel verloren gegangen. Ich kann es deswegen leider nicht belegen.
Uli_Bel schrieb:Vielleicht ist der Mittelton ja durch richtige Bedämpfung der Rückkammer noch sauberer zu kriegen ?!
Moin,
hier eine Simu (AJHorn) mit einem ähnlichen 15"er. Die Rückkammer ist wie bei dir unbedämpft und die größte Ausdehnung der Rückkammer hab ich mit 73 cm geschätzt (hab auf die Schnelle keine Maße finden können):
[ATTACH=CONFIG]47747[/ATTACH]
Die Störung bei 240-250 Hz liegt schon auffällig gleich. Daher würde ich eine deutliche Verbesserung durch gezielte Bedämpfung erwarten. Vollstopfen ist da eher nicht die Lösung.
Gruß
JesseGood Vibration
Die Realität ist in Wirklichkeit etwas komplizierter.
Hier haben wir wieder das Thema zw. dem Hören und dem Messen.
1. Was sehr schön und deutlich zu hören ist wie sich derselbe Bass mit unterschiedlich QTs verhält. Das kann man mit Field-Coil Bässen sehr schön hören. Fahre ich den Strom hoch und erniedrige ich damit den Qt dann wird der Tiefenbass deutlich schwächer und der Klang verschiebt sich in den den MT-Bereich. und umgekehrt.
2. Bedämpfe ich die Rückwärtige Kammer wird der Bass vom Hören her "träge" . Die Impulsivität klingt nicht mehr so Live-Dynamisch wenn ich es mal so beschreiben kann. Das kann natürlich jeder selbst erhören.
Wenn wir uns das nächste mal sehen, dann aber...
Kratz Du mal weiter an den Myhten. Ich lese da interessiert mit.
Prinzipiell sind die Simulationen ja auch nicht widersprüchlich zu meiner Aussage. Sie beweisen eher Pauls Wissen um die Dinge.
Interessant ist es, die Mythen mit dem Wissen von heute abzugleichen
@ Hallo,
besitzt Du noch Dein K-orn?
Kaspie schrieb:@ Hallo,
besitzt Du noch Dein K-orn?
Ja klar und noch Elektrostaten! Die Betreibe ich sogar ausgesprochen schön mit einer 211. Ich habe zwar noch eine Stereo60 aber die klingt bei weitem nicht so gut
Zitat: Daher würde ich eine deutliche Verbesserung durch gezielte Bedämpfung erwarten. Vollstopfen ist da eher nicht die Lösung.
Das sehe ich auch so, habe es aber mit Hornresp simuliert. Da in meinen alten Büchern jedes K-Eckhorn andere Maße hat, vor allem andere Hornhälse nahm ich einfach die Abmaße von hier: https://community.klipsch.com/index.php?...l-drivers/
Von Bedämpfung ist nirgends die Rede in den alten Büchern und auf den Bildern ist die Kammer immer leer.
In der klipsch community ist in den Simulationen aber mit 2,5 cm Watte simuliert!
Dann nur schnell den Beyma eingerechnet und mit leerer Kammer sieht es so aus:
[ATTACH=CONFIG]47748[/ATTACH]
Jetzt nur die Wände der Kammer 5 cm dick wattiert:
Vielen Dank für die zahlreichen Reaktionen.
Leider sehe ich nicht so recht, was die Simulationen nützen sollen... es gibt ja ganz offensichtlich kein vernünftiges Modell
Z.B. was die Rückkammer angeht: 75cm ist viel zu viel - ca ein Drittel davon dürfte stimmen...
Jesse, welches Volumen hast Du angenommen für die Rückkammer ?
Hat jemand eine Idee, wie ich das Volumen der Rückkammer am Lautsprecher messen könnte ?
Die Querschnitte messen im Hornverlauf ist ja kein Problem, aber das Volumen der Rückkammer ?
Jesse, hast Du Hornprofildaten von Deinem Model ?
Ich komme nämlich zu völlig anderen Ergebnissen...
@Naumi - Thomas, vielen Dank für Deine Charts.
Aber leider ist das Model von dem US-Kit ganz anders als das ACR-Echhorn.
Es fängt schon bei der Austrittsöffnung zum Horn an:
- Bei ACR ist die 7.5cm breit und 33.5cm lang
Der Bass wird also so montiert, daß die Offnung zum Horn einen Querschnitt von 251.25cm2 hat...
Es gab allerdings früher in der Tat eine Klipschorn Ausführung mit doppelt so großer Offnung....
Tendenziell komme ich aber auch zu der Erkenntnis, daß Bedämpfung der Rückkammer immerhin ein Versuch wert ist.
Lrc nehme ich in Hornresp eher mit 20-25cm und das Volumen mit 60l zu schätzen ist nicht so verkehrt, denke ich...
Ulli
P.S.: Mein voriger Post hat sich mit Deiner Hornresp Rechnung überschnitten...
Hallo schrieb:Ich würde es einfach mal ausprobieren. Ich habe seit 1987 das Eckhorn mit unterschiedlichen Treibern und letztendlich hilft nur das eigene Gehör.
Welche Bässe hattest Du ausprobiert und was hast Du jetzt drin ?
Wo trennst Du die Bässe?
Welche Mid-Treiber und Trennfrequenz ?
Bei mir stehen die K-Hörner ca 5.5m auseinander in den Raumecken (Mauerwerk)
Hörabstand ist ca 5-6m - deshalb wollte ich die viel breiter abstrahlenden JMLC's die Du hast nicht haben, sondern suchte etwas mehr Richtwirkung in den Höhen...
Es spielen zur vollsten Zufriedenheit die JMLC400 von den Polen...
Die Simulation ist noch von 2005, hoffentlich hab ich damals keinen Schei..... gemacht.
Uli_Bel schrieb:75cm ist viel zu viel - ca ein Drittel davon dürfte stimmen...
Hab mir jetzt doch noch mal einen Bauplan näher angekuckt und du hast natürlich Recht, das passt nicht.
Die Störung bei 250 Hz kann nicht von der rückwärtigen Kammer herrühren.
Wie hoch ist das Klipschorn eigentlich? Ggf. könnte die vertikale Ausdehnung vor der Tieftönermembran (Anfang Hornverlauf) dazu passen. In dem Falle kann man daran mbMn. nichts sinnvoll ändern.
...welches Volumen hast Du angenommen für die Rückkammer ?
70 Liter. (Kommt mir jetzt auch ziemlich reichlich vor... )