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Kurze Frage - schnelle Antwort
#21
Moin,

denn verweise ich bei der Gelegenheit auf Messungen von Th. Ahlersmyer (picosound) aus 2003 (auch schon über 20 Jahre her!), hier.

Sehr nützlich für das Verständnis - picosound erklärt, wie Dämmung bzw. Dämpfung funktioniert:
Zitat:Wie funktioniert Dämmung bzw. Dämpfung
Bei der idealen Dämmung wird der Schalldurchgang durch biegeweiche Materialien allein durch deren Masse erschwert. Eine Verdoppelung des Flächengewichts reduziert den Schalldurchgang um bis zu 6 dB (sog. Massengesetzt).
Reale Gehäusematerialien sind allerdings nicht biegeweich (z.B. Gummi) sondern steif (z.B. Holz). Durch die Steifigkeit kann ein Punkt fremde Massen (= benachbarte Punkte) ankoppeln, so dass das wirksame Flächengewicht steigt. Diese Ankopplung klappt aber nur bei tiefen Frequenzen, darüber kommt es unweigerlich zu Eigenresonanzen.
Die Resonanzüberhöhung kann nur durch Dämpfung reduziert werden. Dazu muss der Dämpfungsbelag dem Basismaterial aber eine gewisse Zähigkeit entgegensetzen.
Gehäusewände werden bevorzugt zu Biegeschwingungen angeregt, so dass der Biegesteifigkeit B eine besondere Bedeutung bei der Beurteilung der Schwingneigung zukommt.
Die Biegesteifigkeit B eines Materials hängt vom E-Modul E und der Materialdicke h ab:
B [Nm] ist proportional zu E [N/m²] · h [m] ³
Bei normaler, einseitiger Belegung muss die Biegesteifigkeit des Dämpfungsmaterials etwa 10% des Basismaterials betragen um eine optimale Wirkung zu zeigen. Da bereits der E-Modul des Dämpfungsbelages häufig niedriger als das Basismaterial ist muss also die Dicke mindestens die Hälfte der Basisdicke betragen! Darum eben zeigen 2 mm Bitumen auf 19 mm MDF so gut wie keine Wirkung, obwohl die Eigendämpfung des Bitumens mit 0.5 wesentlich höher als die von Holz ist (0.01 - 0.03)!
Die Schichtdicke kann nur durch einen eingezwängten Belag (= Sandwich) reduziert werden. Hier wird das Dämpfungsmaterial auf Scherung belastet, was schwieriger ist und daher die Gegenkraft des Materials erhöht. Die Deckschicht muss eigentlich nur zug- und druckfest sein.
Ganz wesentlich ist auch die Verklebung der Schichten. Darauf wurde schon im BBC-Report hingewiesen. Dort wurde ein solches Sandwichmaterial wegen der hohen Produktions- und Handlingkosten allerdings nicht weiter berücksichtigt. Da zumindest die Handlingkosten im Hobbybereich eher nebensächlich sind kann man sich dort die günstigen Eigenschaften dieser Sandwichaufbauten zunutze machen.
...und zeigt auch seinen Versuchsaufbau genau und nachvollziehbar.

Erster Sieger bei diesen Untersuchungen: MDF-Bitumen-Sperrholz-Sandwich (natürlich im Vergleich der getesteten Materialien).

Grüße,
Christoph
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#22
Photo 
Ja. kenne ich. Aber noch besser ist Butyl statt Bitumen, auch leichter verarbeitbar und geruchlos. Bitumen hatte ich früher auch verwendet, das muste man anschmelzen mit einem Brenner....
Und bei Butyl gast nichts aus.

Hatte ich alles gemessen:

Die endgültige Hitparade:

19 mm Span.............................................. ... 0 Punkte
+ 4 mm Bitumen........................................... 12
+ 2,5 mm Alubutyl (2017 mit Zwischenlage)......19
+ 2,5 mm Alubutyl........................................21
+ 4 mm Bitumen + 8 mm Fliese......................24
+ 4 mm Bitumen + 5 mm HDF........................31
+ 2 Lagen Alubutyl 2,5 mm + Alublech.............34
+ 8 mm Bitumen + Alublech...........................37
+ 2 Lagen Alubutyl 2,5 mm.............................38
+ 4 mm Bitumen+ 1 mm Alu...........................42
+ 4 mm Bitumen + 3 mm Aludibond.................47
+ 2 Lagen Alubutyl 2,5 mm + 3 mm Aludibond...48    
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#23
Man schön bei picos Messung, dass unter 300 Hz das Sandwich nur wenig nutzt und von 300 bis 1000 sehr viel, darüber ist der Schalldurchgang unkritisch.
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