Ich will den Thread nicht ins OT schießen aber der Grund, warum ich auf den B1 gehe ist eben die Einstellbarkeit.
Der zentrale Aufbau ist:
Quelle
↓
Eingangspoti
↓
JFET-Buffer
↓
Nutube-Triodenstufe
↓
JFET-Buffer
↓
Ausgang
Die Nutube muss also nicht gleichzeitig Impedanzwandler, Lasttreiber und Klanggenerator spielen. Zum Vergleich: Der Germanium-Buffer ist ein einfacher PNP-Emitterfolger ohne Spannungsverstärkung und liegt am Ausgang im mittleren einstelligen kΩ-Bereich. Das heißt: Der B1K trennt „Klang erzeugen“ und „elektrisch sauber treiben“ wesentlich stärker voneinander.
Der Nutube ist bei 12 oder 24 V nicht „starved plate“, sondern dort bestimmungsgemäß betrieben. Durch Veränderung der Plattenspannung verschiebt sich das Verhältnis der Harmonischen:
- bei ungefähr 12 V am Testpunkt T7/T8 liegt der H2-Nullpunkt; übrig bleiben ungefähr 0,3 % überwiegend H3,
- bei ungefähr 9,5 V erzeugt die Referenzeinstellung etwa 1,5 % THD bei 1 V Ausgang, überwiegend zweite Harmonische,
- oberhalb bzw. unterhalb des Nullpunkts bekommt H2 unterschiedliche Phase,
- die Verzerrung steigt außerdem mit dem Ausgangspegel.
Das heißt: Die Nutube ist hier nicht bloß „irgendwie röhrig“ sondern ein einstellbaree Analog-Coloration-Prozessor. Beim Germaniumtest dagegen wechsel ich gleichzeitig Transistor, Kennlinie, β, Leckstrom und Arbeitspunkt.
Dazu kommt: kein eingebauter Hochton-Weichzeichner. Der Frequenzgang der Originalschaltung ist laut Pass erst ungefähr bei 80 kHz um 3 dB gefallen.
Doof ist: Das Ding ist eigentlich gar kein Buffer. Die Schaltung hat etwas über 16 dB Spannungsverstärkung, also ungefähr Faktor 6,3. Wenn mein DAC beispielsweise 2 V RMS liefert, das kann die Schaltung gar nicht unverzerrt ausgeben; Pass nennt ungefähr 5 V maximale Ausgangsspannung. Ich müsste also den Eingangspegel entsprechend reduzieren. Dann: Der B1K invertiert die absolute Polarität um 180°. Für einen umschaltbaren DIRECT/B1K-Test darf das nicht so bleiben. Korg weist selbst darauf hin, dass die direkt geheizte Nutube auf mechanische und sogar akustische Anregung reagieren kann und empfiehlt mechanische Dämpfung bzw. Abschirmung. Nutube Pass bestätigt ebenfalls, dass Klopfen auf die Nutube in den Lautsprechern hörbar sein kann.
Um wieder auf den Thread zu kommen: Ich würde den B1K Core technisch weitgehend unverändert lassen, aber außen herum anders bauen: TRUE BYPASS – NUTUBE, pegelgenau abgeglichen, Polarität korrigiert und eventuell drei reproduzierbare Bias-Einstellungen: CLEAN / SMOOTH / ROCK.
Dann daneben weiterhin deinen MП25Б und AD149. Das wäre dann kein esoterischer „Tube Buffer“ mehr, sondern ein ziemlich gutes kleines Experimentiergerät: Germanium-Kennlinie vs. kontrollierte echte Triodenkennlinie bei identischem Pegel. Und dafür halte ich gerade dieses Nelson-Pass-Setup für wesentlich interessanter als einfach eine Nutube-Platine oder einen beliebigen ECC82/ECC83-Buffer. Der eigentliche Wert steckt im Gesamtdesign aus Triodenstufe, kontrolliertem Arbeitspunkt, JFET-Impedanzwandlung und einstellbarer Nichtlinearität, nicht allein im leuchtenden Bauteil.
Also falls sich jemand mit genug Röhren-Know-How daran wagt, ich spiele gerne das Versuchskaninchen und unterschreibe auch vorher jede "Strom macht Aua" Haftungsbefreiung.
Der zentrale Aufbau ist:
Quelle
↓
Eingangspoti
↓
JFET-Buffer
↓
Nutube-Triodenstufe
↓
JFET-Buffer
↓
Ausgang
Die Nutube muss also nicht gleichzeitig Impedanzwandler, Lasttreiber und Klanggenerator spielen. Zum Vergleich: Der Germanium-Buffer ist ein einfacher PNP-Emitterfolger ohne Spannungsverstärkung und liegt am Ausgang im mittleren einstelligen kΩ-Bereich. Das heißt: Der B1K trennt „Klang erzeugen“ und „elektrisch sauber treiben“ wesentlich stärker voneinander.
Der Nutube ist bei 12 oder 24 V nicht „starved plate“, sondern dort bestimmungsgemäß betrieben. Durch Veränderung der Plattenspannung verschiebt sich das Verhältnis der Harmonischen:
- bei ungefähr 12 V am Testpunkt T7/T8 liegt der H2-Nullpunkt; übrig bleiben ungefähr 0,3 % überwiegend H3,
- bei ungefähr 9,5 V erzeugt die Referenzeinstellung etwa 1,5 % THD bei 1 V Ausgang, überwiegend zweite Harmonische,
- oberhalb bzw. unterhalb des Nullpunkts bekommt H2 unterschiedliche Phase,
- die Verzerrung steigt außerdem mit dem Ausgangspegel.
Das heißt: Die Nutube ist hier nicht bloß „irgendwie röhrig“ sondern ein einstellbaree Analog-Coloration-Prozessor. Beim Germaniumtest dagegen wechsel ich gleichzeitig Transistor, Kennlinie, β, Leckstrom und Arbeitspunkt.
Dazu kommt: kein eingebauter Hochton-Weichzeichner. Der Frequenzgang der Originalschaltung ist laut Pass erst ungefähr bei 80 kHz um 3 dB gefallen.
Doof ist: Das Ding ist eigentlich gar kein Buffer. Die Schaltung hat etwas über 16 dB Spannungsverstärkung, also ungefähr Faktor 6,3. Wenn mein DAC beispielsweise 2 V RMS liefert, das kann die Schaltung gar nicht unverzerrt ausgeben; Pass nennt ungefähr 5 V maximale Ausgangsspannung. Ich müsste also den Eingangspegel entsprechend reduzieren. Dann: Der B1K invertiert die absolute Polarität um 180°. Für einen umschaltbaren DIRECT/B1K-Test darf das nicht so bleiben. Korg weist selbst darauf hin, dass die direkt geheizte Nutube auf mechanische und sogar akustische Anregung reagieren kann und empfiehlt mechanische Dämpfung bzw. Abschirmung. Nutube Pass bestätigt ebenfalls, dass Klopfen auf die Nutube in den Lautsprechern hörbar sein kann.
Um wieder auf den Thread zu kommen: Ich würde den B1K Core technisch weitgehend unverändert lassen, aber außen herum anders bauen: TRUE BYPASS – NUTUBE, pegelgenau abgeglichen, Polarität korrigiert und eventuell drei reproduzierbare Bias-Einstellungen: CLEAN / SMOOTH / ROCK.
Dann daneben weiterhin deinen MП25Б und AD149. Das wäre dann kein esoterischer „Tube Buffer“ mehr, sondern ein ziemlich gutes kleines Experimentiergerät: Germanium-Kennlinie vs. kontrollierte echte Triodenkennlinie bei identischem Pegel. Und dafür halte ich gerade dieses Nelson-Pass-Setup für wesentlich interessanter als einfach eine Nutube-Platine oder einen beliebigen ECC82/ECC83-Buffer. Der eigentliche Wert steckt im Gesamtdesign aus Triodenstufe, kontrolliertem Arbeitspunkt, JFET-Impedanzwandlung und einstellbarer Nichtlinearität, nicht allein im leuchtenden Bauteil.
Also falls sich jemand mit genug Röhren-Know-How daran wagt, ich spiele gerne das Versuchskaninchen und unterschreibe auch vorher jede "Strom macht Aua" Haftungsbefreiung.

