Morsche zusammen!
Ich hatte zu meinen Capacity-ESL Ripole mit 2x2 SLS-12 pro Seite (insgesamt also 8 Stück) und betreibe aktuell Ripole mit 2x2 TIW200 pro Seite (also wieder insgesamt 8). Der Vorteil dabei ist, dass man mit einer Reihen-Parallel-Schaltung wieder bei 8 Ohm landet. Die SLS habe ich mit einer SAW30 von Thel problemlos analog entzerrt. Das aktuelle Projekt mit TIW läuft vollaktiv mit digitaler Entzerrung per Hypex Fusion Modulen.
Ergänzend zu den ganzen seit Jahren gebetsmühlenartig immer wieder vorgetragenen Argumenten hier einmal drei Beobachtungen aus meiner Erfahrung:
1. Dieser "Wahn" aufgrund des Verschiebevolumens "Mega"-große Chassis zu verwenden (15/18/21 Zoll) geht mMn mit einem erheblichen Nachteil einher: Die Kammerresonanz rutscht immer tiefer und wenn man mindestens 1-2 Okataven tiefer trennen will, landet man mit der Trennfrequenz ganz schnell weit unter 100 Hz. Das halte ich für nicht besonders praktikabel und belastet mMn den MHT-Teil zumeist zu stark.
2. OB verhält sich als "Schnellewandler" ziemlich entgegengesetzt zu einem CB oder BR "Druckwandler". Daher finde ich auch immer die Kombi Ripol mit geschlossenem MHT-Teil problematisch. Was ich aber als viel dramatischer empfunden habe: Unterhalb der sog. "Schröder-Frequenz" entwickelt sich der Hörraum zur Druckkammer und es kommt bei CB und BR zu einer Bassüberhöhung. Bei OB (also auch Ripol) habe ich das genaue Gegenteil beobachtet: Unterhalb der Schröderfrequenz einfach kein Bass mehr (nur im Nahfeld) egal wieviel Leistung man rein pumpt. Also: Meine Ripole spielen im 40 qm Raum wesentlich tiefer und lauter als im 20qm Raum. Das stellt so ein wenig die "Dimensionierungs-Diskussion" auf den Kopf.
3. Diese leidige Diskussion um "schnellen Bass": Natürlich ist eine Membran, die sich "schnell" bewegt ein Hochtöner. Hier geht es um das Ausschwingverhalten im Raum. Aufgrund der rückwärtigen entgegengesetzten Druckverhältnisse und der etwas gerichteten nierenförmig gerichteten Abstrahlung ist der Ripol da mMn im Vorteil. Wenn die ganzen Raumresos wegfallen, "fehlt" gegenüber dem "gewohnten" gehörmässig Bass. Wenn man das aber einmal misst, liegt der Basspegel bei mir zT 6-8db über dem MT und HT-Pegel (zB nach der Harmann Target Curve eingepegelt) aber eben "schnell" und das ist einfach faszinierend und genau darum geht es doch, oder?
Hat vlt jemand ähnliche Beobachtungen gemacht?
Beste Grüße
Der Stefan