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  JBL L40 gebraucht gekauft - gar nichts stimmt :(
Geschrieben von: bilmes - 30.11.2023, 12:48 - Forum: Allgemeine Themen - Antworten (39)

Hab mir kürzlich ein Pärchen L40 ergattert (420 Euro) - äußerlich recht gut erhalten, mit originalen Chassis.

[ATTACH=CONFIG]72541[/ATTACH]

(Kein Originalbild - die liefere ich nach - meine sehen natürlich nicht mehr ganz so frisch aus nach 45 Jahren...)

Das sind die Lautsprecher die damals auch mein Vater besaß, die leider irgendwann das Zeitliche gesegnet haben und auf dumme Art abhanden gekommen sind. Sie waren eigentlich als Geburtstagsgeschenk für meinen großen Bruder gedacht - daraus wird aber wohl erstmal nix..

Die Teile sollen von der Lautsprecher Manufaktur Mannheim überholt worden sein - laut Aussage des Vorbesitzers wurden Tieftöner und Hochtöner überholt und geprüft. Die Tieftöner haben natürlich neue Sicken bekommen, zusätzlich soll wohl der Magnet nachmagnetisiert worden sein (wie eigentlich bei Alnico?) Was genau mit den Hochtönern gemacht wurde weiß ich nicht. Die Weiche sei noch nicht angepackt worden - hier sei ggf. noch Potenzial.

So, zuhause die ersten Testtöne angehört, schon ein Fehler im Hochtöner entdeckt. Also ging kein Weg an einer Q&D Messung vorbei... da taten sich dann Abgründe auf..

Gefenstert gemessen in 1m Abstand auf Achse des Hochtöners. Nicht pegelkalibriert, untereinander sind die beiden Messungen aber vergleichbar.
So, meine bescheidene Einschätzung, kann falsch sein, bitte um euren Expertenrat :dont_know:

[ATTACH=CONFIG]72540[/ATTACH]
A= grün
B= rot

  • Tieftöner mit ca. 2dB Pegelunterschied - hier stimmt wohl die Magnetfeldstärke nicht mehr überein
  • Beide Hochtöner mit unbedämpfter Resonanz bei 1,8 kHz - wurde wohl das Ferrofluid entfernt (oder durch eine äußerlich gleiche Variante ohne Ferrofluid ersetzt, falls es eine solche gibt (auf dem einen Hochtöner steht L110 drauf Confused)
  • Der eine Hochtöner könnte verpolt sein? Da bin ich mir aber noch nicht sicher. Das wäre dann mein erster Test, den mal umzupolen. Wobei ich nicht weiß, wenn es das wirklich ist, dann wird einem bei dem LS ebenfalls die Hochtönerresonanz um die Ohren fliegen..

Ich weiß dass man bei so alten LS mit allem rechnen muss. Aber die Überholung bei der Manufaktur sowie der ziemlich gute Zustand hatten mich beruhigt. Ehrlich gesagt frage ich mich ob die Manufaktur wusste was sie da macht - nachgemessen wurde scheinbar nicht, und auch nicht gelauscht?

Grüße! Ben



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  Hirnexkrement oder "Ob das funktioniert?" (Tiefbass aus ein paar 15er TMTs)
Geschrieben von: SonicSL - 28.11.2023, 12:14 - Forum: Eigenentwicklungen - Antworten (50)

Ich kam per Zufall - "Das liegt schon so lange hier, gehört das wem?" - in den Besitz von einer Handvoll NoName 15er TMT.
Dann fiel mir ein, dass noch irgendwo ein 30er mit Doppelschwingspule aus einer ERGO rum lag, der bei Anschluss interessante Effekte produziert - eine Spule angeschlossen, läuft, andere Spule angeschlossen, läuft...beide angeschlossen, Stille. Beider gegeneinander verpolt angeschlossen, Schweigen im Walde.

Nun, da mein Hirn bei Leerlauf gerne unnützes produziert, befasste es sich immer mal wieder mit dem Geraffel, und eines Tages machte es "Klick" (ohrenbetäubend laut übrigens), und es reifte (wie guter Käse, nur ohne Schimmel), etwas heran.

Ich hab mich gefragt, ob es nicht möglich ist, den (mutmaßlichen) China-Kevlar-Imitaten irgendwie echt tieffrequentes zu entlocken.
Immer mal wieder...wie könnte das gehen?
Dann kognitiv mit dem 30er ERGO in Verbindung gebracht...hmmm...da muss doch was möglich sein.

Dann eines Tages ein Geistesblitz (oder doch nur Hirnfurz?).
Ich hab den ERGO seines Antriebs beraubt, war ja eh nicht zu gebrauchen.
Übrig blieb ein Alukorb samt wabbelweicher Pappe und noch weicherer Aufhängung und Zentrierung. Taugt das als "quasi PR"? Wenn ja, wie..?

Einige Wochen gingen ins Land, und ein paar Überlegungen später - Schei* drauf...Ausprobieren!
Ich habe die 4 TMTs in ein miserabel aber massiv anmutendes und luftdichtes Oktagon geschraubt...annähernd konisch nach innen ragend, um möglichst wenig Luftvolumen zu umschließen.
Am anderen Ende sitzt jetzt die 30er Membran ohne Zusatzgewicht - soll ja ohne Antrieb schwingen, angetrieben vom Hub der 4 TMTs, gekoppelt über vielleicht 2 Liter Volumen.

Nach erstem Probieren...geil...dat lööpt!

Bilder machen hab ich leider vergessen...bis auf eines. Folgt später...ist auf dem Handy...

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  Doppel Flop
Geschrieben von: High5 - 28.11.2023, 10:58 - Forum: Allgemeine Themen - Antworten (1)

Kommt doch die Zeit der Jahresrückblicke. Was war das gelungenste, denk- merkwürdigste Projekt des Jahres? Der grösste Flop?
Ich fang gleich mal an. Mit einem Doppel Flop.
Weil sie so schön sind und ich aus allem, was nach Horn aussieht, einen Lautsprecher bauen wollte, kaufte ich ein Paar grosse Muscheln.
[ATTACH=CONFIG]72528[/ATTACH]
Als HT Treiber orderte ich ein Paar 2/3" BMS, bezahlte beides und freute mich auf mein "letztes Projekt".
Erst als mein Geld beim Vertrieb ankam, bekam ich die Meldung: Lieferung in 13 Monaten... Huch, wie bitte. Wenigstens war man nach einem längeren Telefonat beim deutschen Vertrieb bereit, den Kauf zu stornieren, ich bekam das Geld zurück. (die 13 Monate waren eine Lüge, der Treiber ist gar nicht lieferbar) aber es wird sich ein Ersatz finden lassen, dachte ich.
Mit den Muschelhörner hatte ich noch mehr Pech. Das war (ein chinesischer) raffinierter Betrüger. Bis und mit Tracking Nummer sah alles ziemlich seriös aus. War aber alles erstunken und erlogen. Hier hatte ich das Glück, dass mir Ebay das Geld zurück erstattete.
Ich nahm das als Wink mit dem Phaseplug und kaufte bis dato keine Lautsprecher Teile mehr!
Thomas

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  12" zwei Wege Battle, Interesse?
Geschrieben von: NuSin - 27.11.2023, 10:02 - Forum: 2023 12" zwei Wege Battle - Antworten (150)

Auch wenn es bei mir noch genug andere Ideen zum Umsetzen gibt: Ich hätte Lust etwas größeres zu basteln als die bisherigen Regalboxen. Und ein Battle wäre da eine deutliche Motivationssteigerung.

Hätte da jemand Lust zu? Mit der Little Watt von HSB gibt es ja bereits eine amtliche Vorlage in drei Generationen. Und die gehypte monitor 1 von Snakeoil audio scheint ja auch einen Nerv zu treffen.

Mein gedankliches Konstrukt sähe völlig anders aus. Das muss aber nicht gut sein Big Grin


Die Regeln würde ich einfach halten:

Es muss ein Zweiwege System sein und es muss ein 12" Chassis beteiligt sein. Da gibts ja vom 60€ Thomann oder Redcatt bis zum >300€ Chassis aus dem PA Bereich reichlich Auswahl. Beim Hochton braucht es wohl etwas tief ankoppelbares. Ob das ein Kompressionstreiber mit Horn, ein Breiti oder ein BMR tun, gilt es dann herauszufinden.

Ob aktiv oder passiv beschaltet, wäre mir egal. Kreativ darf es gerne sein.

Hätte jemand Lust mitzumachen?

Viele Grüße Sebastian

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  ChlangFun6
Geschrieben von: Chlang - 26.11.2023, 21:00 - Forum: Eigenentwicklungen - Antworten (38)

Hallo Kollegen,

irgendwie ist die Zeit reif, dass ich wieder mal was unkorrektes mache - so wie früher halt (nur vielleicht mit ein bisschen mehr Wissen und technischer Unterstützung).

Wie gegebenenfalls einige von euch z.B. an dem Thread zu Onken gemerkt haben, schleiche ich seit einiger Zeit um vier Wavecor 17er mit dem prosaischen Namen WF182BD04 herum, die ich hier liegen habe und die zu schade zum Vergammeln sind. Vier 17er mit schönen Papiermembranen könnten schon ein bisschen Krach machen und nach der nicht vollendeten ChlangFun3 und der dann komplett anders gestalteten ChlangFun5 will ich das Gehäuseprinzip einer sich gleichmäßig erweiternden TML oder eben eines gleichmäßig erweiternden "Horns" endlich mal verwirklichen.
Und wieso ist das jetzt unkorrekt? Weil ich einfach wie früher aus dem Bauch raus mit dem Gehäuse angefangen habe: 20 cm Innenbreite, 120 cm Höhe und mit 40 cm nicht zu tief.

[ATTACH=CONFIG]72503[/ATTACH]
Gehäusezkizze ChlangFun6

Jetzt kommt auch ein bisschen technische Unterstützung ins Spiel: Die Maße (halbe Fläche für ein Chassis) und die Chassis-Parameter habe ich dann in LA-Transmissionline eingegeben und geschaut, was bei Einsatz von reichlich viel Dämpfung(smaterial) herauskommen könnte...

[ATTACH=CONFIG]72504[/ATTACH]
LA-Transmissionline-Simu

Da das mit knapp unter 50 Hz untere Grenzfrequenz und ordentlich Schalldruck im Bass recht gut aussieht, bin ich gewillt, ein Testgehäuse aufzubauen. Die Welligkeiten im weiteren Schalldruckverlauf werden erstmal ignoriert und man muss sehen (und hören), was nach Bedämpfung und dem Einbau von 2 Chassis an unterschiedlichen Positionen davon übrig bleibt.

Und jetzt drückt mir die Daumen, dass ich es bald mal in den Baumarkt schaffe... :built:

Grüße
Chlang



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  der gute alte Mittenkanal
Geschrieben von: High5 - 25.11.2023, 13:35 - Forum: Eigenentwicklungen - Antworten (10)

[ATTACH=CONFIG]72468[/ATTACH]

Kam den Vordenkern der HIFI-Welt die Idee in den 60er oder 80er Jahren, ich weiss es nicht mehr. Jedenfalls kann ich mich erinnern, dass ein dritter mittig platzierter Lautsprecher propagiert wurde.
Da mein state-of-the-art Musik PC in Revision geht, besann ich mich der CD und LP Quellen Zeit und baute mir eine passende Kette auf. Vor 20, 30 Jahren war die Idee, die KETTE einer Musikreproduktionsinstallation sei als Ganzes zu bedenken, von der Quelle bis zum Ohr, ist mMn etwas in Vergessenheit geraten. Die sorgfältige Auswahl der Komponenten erspart viele kongenialen Tricks, das Wühlen in den verschiedensten DSP Möglichkeiten erübrigt sich uU.
Ein Komma fünf Watt links, Ein Komma fünf Watt rechts, in der Mitte ein mit fünf Watt betriebender Mono Kanal mit 600 Hz Obergrenze, die passenden Wirkungsgrade, et voila: die Kette läuft wie frisch geölt.
Ich war damals der Einzige, der den DIY 3 Kanal Verstärker überhaupt wollte und ich konnte meinen ebay-Schuss sogar zu Fuss abholen.
[ATTACH=CONFIG]72469[/ATTACH]
Jetzt fehlt eigentlich nur noch mein Jugendzeit-DUAL-Plattenspieler , den man mit einem langen Dorn in der Mitte mit mehreren LPs beladen konnte....

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  Jenseits von Fourier
Geschrieben von: JFA - 23.11.2023, 09:15 - Forum: Messen und Simulieren - Antworten (31)

Guten Morgen,

in diesem Thread, in dem es erstmal nur um eine verbesserte Technik bei der Nahfeldmessung ging, entspann sich eine weitere Diskussion über Lautsprechermessverfahren. Darum soll es hier nicht gehen, aber in dem Zuge erwähnte ich hier und hier, dass die Fouriertransformation nicht der Weisheit letzter Schluss ist.

Diesen Thread lege als Gedankenstütze für mich und als Anregung für andere an, sich mit alternativen Verfahren zu beschäftigen. Weil es mir im Zuge der Abstimmung der Flat White mal wieder ziemlich auf den Zünder geht werde ich die nächsten Wochen, sofern es die Zeit zulässt, mich wieder mehr um diese Verfahren kümmern.

Worum geht es?

Die wichtigste Eigenschaft eines Lautsprechers ist, neben der Optik Wink, der Frequenzgang. Den kann man auf verschiedene Weisen messen, mit einem Multiton, Rauschen, oder über den Umweg der Impulsantwort. Allen diesen Verfahren ist gemein, dass sie die Fouriertransformation benutzen. Ältere Semester oder besonders interessierte junge werden noch Pegelschreiber kennen, die arbeiteten nicht so, aber es gab auch Spektrum Analysatoren mit Mitlauffiltern oder Filterbänken, das ist im Grund nicht viel anders als eine Fouriertransformation. Bei Lautsprechern hat sich inzwischen die Variante mit der Impulsantwort durchgesetzt, weil sie ermöglicht, die unvermeidlichen Raumreflexionen durch Fenstern auszublenden und daher im Quasi-Freifeld zu messen. Das erste kommerzielle Programm dazu war, man möge mich korrigieren, MLSSA, dem gemeinen Selbstbauer durch die Bildchen in der K&T zu Timmermanns Zeiten* bekannt. Vorher gab es noch ein Verfahren namens "Time Delay Spectrometry", welches mathematisch auch wieder in die gleiche Kerbe schlug. Das Verfahren des Fenstern der Impulsantwort krankt daran, dass es häufig einfach nicht lang genug ist. Eine Fensterlänge von 5 ms ist in Wohnräumen oder Büros schon viel, bei der Flat White hatte ich knapp 2,5 ms in 1,5 m Entfernung. Klar, das lässt sich optimieren indem man den Lautsprecher auf ein Podest stellt, aber 5 ms ist halt so wirklich das Maximum, was ich gesehen habe. 5 ms bedeutet eine Frequenzauflösung von 200 Hz und eine belastbare Aussage über den Frequenzgang ab ca 600 Hz (pi mal Daumen 3x Frequenzauflösung, man kann auch drunter gehen wenn man die Augen zusammenkneift). Meine Idee ist, diese Beschränkung aufzuheben, indem ich mich von der Fouriertransformation löse und andere Wege beschreite.

Was genau ist die Fouriertransformation und warum ist das ein Problem?

Die Fouriertransformation ist eine Verallgemeinerung der Fourierreihenentwicklung. Letztere ermöglicht es, periodische Signale, zum Beispiel eine Rechteckschwingung, durch Sinus- und Kosinusschwingungen mit diskreter Frequenz und jeweiligem Pegeln zu beschreiben. Dabei gibt es das sogenannte Gibbsche Phänomen (auch im Artikel beschrieben bzw. verlinkt), welches bei endlichen Fourierreihen dafür sorgt, dass es an scharfen Übergängen - beim Rechteck die beiden Flanken - zu Überschwingern kommt. Je länger die Fourierreihe, also je mehr Sinus-/Kosinusschwingungen verwendet werden, umso geringer wird das Phänomen, bis es bei einer unendlich langen Reihe verschwindet. Das ist dann auch schon der Übergang zur Fouriertransformation mit der Ergänzung, dass die auch nicht mehr diskrete Frequenzen benötigt (was dann im zeitdiskreten Bereich bei der diskreten Fouriertransformation wieder zwangsweise eingeführt wird). Das hat zur Folge, dass die untersuchten Signal auch eine unendlich lange Periode haben dürfen, und das trifft auf eine Impulsantwort zu, das ist im Grunde die Definition.
Die kritischen Schlüsselwörter habe ich schon markiert, periodisch und unendlich. Wenn man eine Impulsantwort durch ein Fenster beschneidet, dann ist sie nicht mehr unendlich lang bzw. wird dann, in der zeitdiskreten Welt (DFT), scheinbar periodisch fortgesetzt. Der Zusammenhang zwischen Zeitbereich (Signal) und Bildbereich (Spektrum) ist immer noch eindeutig durch die Transformation gegeben, aber das Ergebnis ist nicht korrekt, weil ja keine unendlich lange Impulsantwort mehr vorliegt. Schlimmer noch, durch die periodische Fortsetzung in der zeitdiskreten Welt reduziert sich das ansonsten tolle Instrument wieder zurück zur einfachen Fourierreihe.

Wie kann man das verbessern?

Auftritt Laplace-Transformation. Es ist eigentlich nicht korrekt, aber ich betrachte die Laplace-Transformation gerne als Erweiterung der Fouriertransformation. Sie ändert zwei Dinge:
1) sie führt eine komplexe Frequenz ein, das heißt statt einer reinen Sinus-/Kosinunsschwingung kommt eine komplexe Frequenz zum Einsatz (in Mathematisch: f(s)=e^st, s=a+j*w, j=Wurzel(-1), bei der Fouriertransformation ist a=0)
2) sie ist ab t=0 definiert, im Gegensatz zur Fouriertransformation , die von -unendlich bis +unendlich definiert ist.
Komplexe Frequenz bedeutet, dass die Schwingungen entweder exponentiell gedämpft sind oder exponentiell ansteigen können. Gerade letzteres ist mir der Fouriertransformation nicht zu handhaben, das kann sie nicht.
Die Laplacetransformation erlaubt es außerdem, Filter - eigentlich Differentialgleichungen - in Form von Übertragungsfunktionen darzustellen. Die Fouriertransformation kann das nicht, obwohl häufig genug der durch die Fouriertransformation erzeugte Frequenzgang auch Übertragungsfunktion genannt wird (ich bekenne mich schuldig). Das ist meistens kein Problem, aber nicht korrekt.
Der große Nachteil der Laplace- gegenüber der Fouriertransformation ist, dass es keine schnelle Variante als FFT gibt. Also muss man einen anderen Weg gehen.
So eine Übertragungsfunktion eines Filters hat die allgemeine Form:
G(s)=(b0+b1*s+b2*s²+...)/(a0*a1*s+a2*s²+...)
Die Zähler- und Nennerpolynome lassen sich auch als Produkt ihrer (komplexen) Nullstellen beschreiben, eine Nullstelle im Nenner bedeutet, dass die Funktion da sehr groß werden kann (1 geteilt durch 0) und daher nennt man die Nullstellen des Nennerpolynoms Polstellen. Diese Darstellung erlaubt auch die Stabilitätsanalyse einer solchen Übertragungsfunktion, aber das ist hier nicht notwendig. Man kann die Übertragungsfunktion auch als Produkt von Teilübertragungsfunktionen darstellen, das wird bei IIR-Filter häufig angewendet, die meistens als sogenanntes Biquad vorliegen, welches eine Funktion 2. Ordnung sind, also
G(s)=(b0+b1*s+b2*s²)/(a0*a1*s+a2*s²) (<- Unterschied zu oben: das letzte + und die Punkte fehlen)
Ein Lautsprecher lässt sich durch Differentialgleichungen beschreiben, und daher hat er auch so eine Übertragungsfunktion. Ein normaler Tieftöner im geschlossene Gehäuse und unendlicher Schallwand ist zum Beispiel ein Hochpass 2. Ordnung
G1(s)=b12*s²/(a10+a11*s+a12*s²)
dazu kommt dann - vereinfacht - ein Tiefpass 2. Ordnung ab seiner Membranresonanz
G2(s)=b20/(a20+a21*s+a22*s²)
und dann noch ein Tiefpass 1. Ordnung wegen seiner Induktivität
G3(s)=b30/(a30+a30*s)
Die Gesamtübertragungsfunktion lautet also
G(s)*G1(s)*G2(s)*G3(s)
Ich schreibe die hier nicht auf, ist mir zu anstrengend.
Der entscheidende Punkt ist: das gesamte Chassis lässt sich durch 11 Parameter beschreiben, wenn es in einer Schallwand ist kommen nochmal 6 dazu (ein "Biquad", reicht erstmal), in Bassreflex nochmal 2. Also insgesamt 19. Vielleicht, durch irgendwelche Resonanzen, braucht man nochmal ein "Biquad" (+6), schon gelangt man zu 25 Parametern.
Die Idee ist jetzt:
1) man nimmt die gefensterte Impulsantwort
2) man definiert eine Übertragungsfunktion (mit ausreichend Parametern)
3) man passt die Parameter so lange an, bis die Impulsantwort des "Filters" der gefensterten Impulsantwort entspricht (genauer: man minimiert den quadratischen Fehler)
4) man lässt das "Filter" frei laufen und erhält eine unendliche Impulsantwort - allerdings ohne die Reflexionen! - und die wiederum kann man dann mit Hilfe der Fouriertransformation in einen Frequenzgang überführen.

Rein theoretisch müsste es dadurch möglich sein, eine echte Quasi-Freifeld-Messung zu erhalten. Rein praktisch ist es so, dass ich jetzt zwei Verfahren zum Lösen ausprobiert habe - Prony-Methode und eine nicht-lineare Optimierung mit Nelder-Mead - und beide noch nicht so funktionieren wie gehofft. Die Prony-Methode nähert sich manchmal schon ganz gut an, aber teilweise kommt totaler Blödsinn bei heraus, und Nelder-Mead läuft von der Lösung lieber davon als auf sie zu Wink

Aber ich arbeite dran, und das Ziel ist es eben, knapp 50 Jahre Lautsprechermesstechnik jetzt endliche mal auf den Müllhaufen der Geschichte zu werfen.

* Ich weiß nicht, wann die nach ihm umgestellt haben, und ob er die immer noch für die HH benutzt

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  Bischof Poppo tauft Crossdresser Blauzahn
Geschrieben von: High5 - 21.11.2023, 13:21 - Forum: Eigenentwicklungen - Antworten (6)

[ATTACH=CONFIG]72390[/ATTACH]
Nun plätschert Musik auch im Bad dank Pollin HT Arrays und 2x Reckhorn TM-Tönern. Quelle ist das Smartphone, via bluetooth mit dem Verstärkerli verbunden. So kann ich ohne das Risiko eines letalen Stromschlages von der Wanne aus das musikalische Angebot dirigieren.
Der Crossdresser König Blauzahn liess sich vor mehr als 1000 Jahren vom Bischof Poppo eine Fakestory aufschwatzen und in Schleswig zum Christen taufen und steht heute Namens-Pate für die bluetooth Übertragungstechologie. Seltsame Welt, insgesamt!
Thomas

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  Adven Z Kalender
Geschrieben von: High5 - 20.11.2023, 20:34 - Forum: Allgemeine Themen - Antworten (2)

Hat jemand Lust, einen Adventskalender zu posten? Jeden Tag ein Videöli? (ich nicht, nur so eine Idee...https://photos.google.com/search/lautspr...sKk5Ltulbw)
Thomas

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  Technische Frage zum DC Blocker mit einer Endstufe...
Geschrieben von: misux - 20.11.2023, 16:04 - Forum: Allgemeine Themen - Antworten (3)

Hallo...

Da ich nicht so recht weiß wo ich die Frage stellen sollte versuche ich es hier...

Ich habe mir einen IOTAVX AVXP 7-230 bestellt und würde diesen gern an meinem DC-Blocker (Audiolab DC-Block 6) nutzen.

Kann jemand sagen ob das überhaupt gut geht? Oder fliegt mir das Teil um die Ohren?

Vielen Dank!

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