Mein Takeaway:
- Cardoid funktioniert gut bis runter zu 300 Hz
- Höchtöner unter Winkel ist um 6-7 kHz etwas komisch (wie relevant ist das?)
- Bass geht sehr tief und ist im Fernfeld auf jeden Fall zu stark, anscheinend sogar im Nahfeld
- Verzerrungen bei 86 dB / 1 m sind sehr gut bis hinunter zu 60 Hz, aber nicht so gering wie Palmer veröffentlicht hat, außerdem noch etwas H3 um 1,4 kHz (mit ~0,25% aber ok) - was kommt von den Verstärkern und was von den Treibern?
- Bei 96 dB / 1 m ist der Bereich unter 100 Hz übel, bei 100 - 400 Hz kommt jetzt auch H3 dazu, und die Stelle bei 1,4 kHz wird auch übler
Was macht man damit? Nahfeldhöre bei geringen Pegeln? Für Fernfeld bräuchte man shelving filter und high pass und sub. Noch besser cardoid sub. Und da stellt sich die Frage, warum sie die Seitenbässe nicht zu einem aktiven cardoid gemacht haben, der bis zur Trennfrequenz zum Sub, also 80 - 100 Hz, runterspielt.
Der geht natürlich ab 200 Hz innerhalb 1 Oktave von Voll- auf Halbraumstrahler. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass das nicht so dolle ist, aber wissen tue ich es nicht. Der Rest ist eigentlich Ok, klar könnte mehr Pegel sein, offensichtlich hat man bei Palmer den Toole/Olive-LFX-Trick nicht verstanden einfach unterhalb 200 Hz alles fett anzuheben dafür auf echten Tiefbass zu verzichten (so wie Kef ).
LW und ON sind wellig aber laufen ziemlich parallel, da könnte man durch EQing noch einiges rausholen. Das wäre ein klarer Fall für unsere FIR-Fraktion hier
Mich würde es ja reizen, ein defektes Exemplar in die Finger zu bekommen. Der passive Cardoid scheint gut gemacht. Mit eigenem DSP hätte man alle Freiheiten, z.B. eine aktive Erweiterung des Cardoids nach unten zu machen.
18.03.2026, 14:26 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 18.03.2026, 14:27 von JFA.)
Meinst du, dass kommt daher? Kann auch sein.
Bei ASR (bzw. Spinorama) nutzen die das Generalized anechoic Model, und dabei geht LFX mit 30,5 % in die Wertung ein. LFX ist dabei die Sound Power (SP) relativ zum mittleren Pegel von LW zwischen 300 Hz und 10 kHz. Und weil alle anderen Parameter auch erst ab 100 Hz 8nicht 200 wie oben geschrieben, aber das geht auch mit wenig Punktabzug) losgehen macht man halt den (raffinierten) Trick, senkt alles oberhalb 100 Hz etwas ab und erhält praktisch kostenlos Extrapunkte. Oder zieht den Bass standardmäßig bis auf 20 Hz runter und sobald das alles etwas lauter wird haut man den Limiter rein (Dieselgate, anyone?).
(16.03.2026, 15:02)capslock schrieb: Mich würde es ja reizen, ein defektes Exemplar in die Finger zu bekommen. Der passive Cardoid scheint gut gemacht. Mit eigenem DSP hätte man alle Freiheiten, z.B. eine aktive Erweiterung des Cardoids nach unten zu machen.
Hallo Zusammen,
ich bin gerade frisch hier im Forum. Seid alle gegrüßt. Ich habe ein Paar Orbit 11 in meinem Arbeitszimmer und die technische Neugierde war zu groß mal in diese reinzuschauen
Von daher teile ich hier gerne mal ein Paar Bilder von der Innenansicht des Monitors.
Shark DSP von Analog Devices und AD Wandler von Burr Brown. Keine schlechte Basis für diese Preisklasse.
07.08.2026, 07:18 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 07.08.2026, 08:27 von SimonSambuca.)
Hi Ben,
vielen Dank für die Bilder. Eigentlich ist der Kardioid mit seitlichen Öffnungen patentrechtlich geschützt - die drücken wohl Gebühren an D&D ab?
Oder habe ich Etwas verpasst?
Edit: Ah Adam Hall... haben das Ding doch bestimmt von D&D entwickeln lassen... die Öffnung oben wir das Patent wohl nicht gleich "aushebeln"?
Zum Glück sind Patente rein gewerbliche Schutzrechte. IMHO ist das einer der größten Pluspunkte von DIY: Sofern man innerhalb der rechtlichen Grenzen bleibt, kann man sich nach Herzenslust in beliebigen Patenten bedienen. Mit Bauplan.
habe vor ein paar Monaten ein Pärchen gekauft, weil ich mir dachte, für das Geld kann man so einen Lautsprecher unmöglich selbst bauen (Metallgehäuse, Form, etc.).
Ich hatte noch keine Muße, die Dinger richtig einzumessen und bin nur notdürftig mit EQ und den Onboardentzerrungsmöglichkeiten drangegangen.
Grundsätzlich gefallen sie mir, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass jemand die Teile ohne externe Entzerrung, nur mit den mitgelieferten Anpassungen, im Raum richtig zum Klingen bringt.
Der Bass muss stark eingehegt werden, sonst ist er mörderlaut und dröhnt ganz fürchterlich.
Den Übergang von kardiod auf omnidirektional finde ich schwierig und der Lautsprecher neigt imO subjektiv etwas zur Topfigkeit/Wärmeligkeit.
Aber wie geschrieben. Ich habe noch kein Mikro dran gehalten.
Laut geht gar nicht, sonst ist das untenrum nur noch Matschepampe. Stört mich aber ebenfalls nicht, weil ich in einer Mietswohnung bin und eh nicht laut hören kann.
Physik ist halt kein Ponyhof und was will man von zwei 8 Zöllern pro Seite im extrem kleinen CB Gehäuse mit extremer Entzerrung erwarten?
Mit ein paar Litern mehr pro Seite wäre imO deutlich mehr Qualität gegangen.
Den Dip um 6kHz hört man bei entsprechendem Programm, solange man aber auf den Teilen keine Frauenstimmen, Klavier etc. entzerren will und nur Musik hört, stört mich das nicht sonderlich.
Es ist eigentlich ganz angenehm.
Die Abbildung auf der Stereobasis ist koaxmäßig gut und die Räumlichkeit passt auch.
Ich würde mir die Lautsprecher wieder kaufen und finde das Konzept gut, aber es sind keine Mirakel-Wunder-teile.
In meinen Ohren gute Hifilautsprecher für maximal mittleren Pegel mit speziellen Eigenheiten, aber keine Studiomonitore, auf denen ich arbeiten möchte.
Ach ja, im Nahfeld hört man ein wenig Rauschen, aber eher dezent. Stört mich nicht.