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Projekt Carbonara - 24 Chassis 4 Wege Textreme MiniDSP Dirac
#21
(16.06.2026, 16:46)Gaga schrieb: Der Satori MT scheint ja bis 2-3 kHz auch wenig zu bündeln.

Von den Membranflächen positioniert SB Acoustics die Satoris immer zwischen den gängigen Zoll-Größen. Der MR13TX-4 ist mit 69cm² folglich ein Zwitter aus 4 und 5 Zöller. Dementsprechend strahlt er auch etwas breiter als typische 5-Zöller:

   

Der Klirr bei 90dB:

   

Die leichte K2-Spitze unter 500Hz hat Vance Dickason (und ich in einem anderen Gehäuse) auch gemessen, kommt also vom Chassis. Vermutlich trenne ich darüber, könnte das Chassis aber auch bis unter 300Hz laufen lassen. Ansonsten ist der Klirr für einen Konustreiber sehr gering und nur die besten Mitteltonkalotten dürften noch klirrärmer sein.
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#22
Hi Christoph,

nochmal vielen Dank für die Info zum MR13TX-4.

Bin total gespannt, wei es mit dem Projekt Carbonara hier weitergeht. 

Sowohl wie Dir letztlich die sehr breite Abstrahlung subjektiv gefallen wird. Ich war ja in letzter Zeit eher mit nicht so breit abstrahlenden, Waveguide-unterstützten Projekten unterwegs.

Als auch wie sich die Verteilung der Bass-Chassis auf die Resonanzen in Dienem Hörraum auswirken wird. Ich liebäugle etwas, einen Lautsprecher mit zumindest jeweils 2, eher 4 geschickt verteilten Bass-Chassis zu bauen, daher mein Interesse.

Grüße,
Christoph
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#23
(07.07.2026, 14:01)Gaga schrieb: Als auch wie sich die Verteilung der Bass-Chassis auf die Resonanzen in Dienem Hörraum auswirken wird. Ich liebäugle etwas, einen Lautsprecher mit zumindest jeweils 2, eher 4 geschickt verteilten Bass-Chassis zu bauen, daher mein Interesse.

Hallo Christoph,

dann versuche ich deine Frage mal messtechnisch etwas zu beleuchten. 

Hier erstmal der Frequenzgang eines Basses im Nahfeld (die anderen sieben messen sich logischerweise sehr ähnlich):

   

Die Basschassis haben eine sehr hohe Schwingspuleninduktivität weswegen sie zu hohen Frequenzen ziemlich stark abfallen. Die kleinen Hügel auf der Kurve sind Raumresonanzen, die von den anderen sieben Subwoofern angeregt werden. Die kann man bei der Messung selbst im absoluten Nahfeld direkt vor der Staubschutzkalotte nicht ausblenden. Da die acht Chassis intern verschaltet sind, kann ich sie ohne größeren Aufwand nicht getrennt ansteuern.

Ansonsten natürlich - wenig überraschend - ein f3 im Bereich der Einbauresonanz. Der - relativ gesehen - frühe Abfall ist kein Problem, da der Druckkammereffekt des Raumes im Tiefbass hilft. Zudem plane ich wie bei einem URPS zu entzerren, so dass die untere Grenzfrequenz fast frei wählbar ist. Leistung ist durch ein Icepower 1200AS2 genügend vorhanden, Limit ist der Hub und die elektrische Belastbarkeit der acht 38er Schwingspulen.

Zum Einordung der Interaktion mit dem Raum habe ich einen Scan Speak 25er im geschlossenen Gehäuse an der gleichen Position im Raum gemessen (Mikro am Hörplatz, unentzerrt):

   

Die Chassis sind so eingepegelt, dass man sie gut vergleichen kann. In rot der Scan Speak, in grün die acht Teufel.

Auf den ersten Blick dominiert natürlich die Stehwelle des Raumes bei ca. 52Hz. Die kann man aber problemlos entzerren. 

Unterhalb der Stehwelle übernimmt der Druckkammereffekt die Regie. Beide Chassis verlaufen sehr ähnlich, der Scan Speak aufgrund der tieferen Einbauresonanz (knapp unter 50Hz) mit einem flacheren Abfall und "mehr" Pegel. Der Huckel bei 33Hz ist die Stehwelle quer im Raum.

Der Vorteil der acht Chassis wird dann zwischen 70Hz und 85Hz deutlich (übrigens ein sehr wichtiger Bereich für druckvollen Bass, nicht umsonst heben PA-ler dort gerne etwas an). Der Scan Speak hat mit einer breiten Auslöschung im Raum zu kämpfen. Die acht Bässe haben da locker 10db mehr Pegel und laufen viel ausgewogener. 

Jeder, der schon mal versucht hat, den Bassbereich im Raum zu optimieren, weiß, dass man diese Lücken weder raumakustisch noch durch elektrische Maßnahmen in den Griff bekommt. Von daher geht der Plan voll auf.

Hier noch zur weiteren Einordung die Grundtöner an beiden Hörpositionen (rechts und links, ebenfalls unentzerrt):

   

Auch hier ist der Einbruch bei 70Hz deutlich zu sehen, obwohl die zwei den Raum ja auch an zwei verschiedenen Positionen anregen. Dafür laufen die Grundtöner zwischen 80Hz und 200Hz ohne grobe Einbrüche. Das war auch die Idee dahinter, die beiden räumlich etwas auseinander zu ziehen und nicht direkt übereinander zu platzieren.

Die zweite Box wird zum Wochenende fertig, so dass ich endlich auch mal Stereo hören kann. Ich habe in den letzten Tagen auch schon viel mit den Trennungen (IMD, Phasenlage) experimentiert und noch einige Messungen dazu auf dem Rechner, wollte aber erstmal deine Frage beantworten. Alles weitere dann in den nächsten Tagen.

Schönen Gruß, Christoph
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#24
Hi Christoph,

vielen Dank für Deine schnelle und so ausführliche Antwort!

Ich bin erstaunt, wie groß die Auswirkung der verteilten Bässe ist, gerade bei dem Einbruch um 70 Hz und auch wie passend die Grundtöner dann übernehmen können, also wie gut und passend deren FR aussieht. Hast Du das so - mit Kenntnis Deines Hörraums und dem Verhalten von den Lautsprechern, die Du vorher gebaut und im Raum vermessen hast - geplant und vorhergesehen? 

Ich bin sehr gespannt, wie das dann nach Entzerrung mit dem DSP aussieht...

Falls es so geplant war, fände ich das großartig. Ich frage mich eh, weshalb wir (als DIY-Gemeinde) den Stell- und Hörplatz und die darau folgenden Rauminteraktionen nicht noch stärker bei der Planung berücksichtigen. Gerade da haben wir den Vorteil, dass wir das besser anpassen können als die meisten Fertiglautsprecher...

Und natürlich bin ich auch...
Zitat:Ich habe in den letzten Tagen auch schon viel mit den Trennungen (IMD, Phasenlage) experimentiert und noch einige Messungen dazu auf dem Rechner, wollte aber erstmal deine Frage beantworten. Alles weitere dann in den nächsten Tagen.
...darauf sehr gespannt.

Grüße,
Christoph
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#25
Hi Christoph,

(08.07.2026, 17:44)Gaga schrieb: Ich bin erstaunt, wie groß die Auswirkung der verteilten Bässe ist, gerade bei dem Einbruch um 70 Hz und auch wie passend die Grundtöner dann übernehmen können, also wie gut und passend deren FR aussieht. Hast Du das so - mit Kenntnis Deines Hörraums und dem Verhalten von den Lautsprechern, die Du vorher gebaut und im Raum vermessen hast - geplant und vorhergesehen? 

Ich habe in den vergangenen Jahren viele Simulationen mit VituixCad und auch mal Messungen im Raum gemacht. Schlussendlich gibt es da kein Patentrezept und keine perfekte Lösung. Man ist bei der Positionierung zudem natürlich auch vom Abstand zum Mitteltöner, der Optik und der sonstigen Konstruktion abhängig. Deswegen habe ich mich da irgendwann nicht mehr verrückt gemacht, sondern einfach geschaut, ob beide Grundtöner übereinander oder ober- und unterhalb der Mittelhochtoneinheit sich im Raum besser verhalten. Die bessere Variante habe ich umgesetzt.

Kurz gesagt: Ja, ich habe das berücksichtigt, aber hatte weder viel Auswahl, noch bin ich woanders dafür große Kompromisse eingegangen.

Auch den Mitteltöner habe ich bewusst aus der Raummitte geholt (in Bezug auf die Raumhöhe von 196cm bei mir im Keller) und über den Hochtöner gesetzt, damit die Auslöschungen und Überhöhungen durch die Boden- und Deckenreflektionen nicht auf den gleichen Frequenzen sitzen.
 
(08.07.2026, 17:44)Gaga schrieb: Falls es so geplant war, fände ich das großartig. Ich frage mich eh, weshalb wir (als DIY-Gemeinde) den Stell- und Hörplatz und die darau folgenden Rauminteraktionen nicht noch stärker bei der Planung berücksichtigen. 
 
Berechtigte Frage. Für viele ist der Weg das Ziel. Und da geht jeder die Wege, die ihm gefallen oder wo er viel Expertise und Erfahrung hat. Es ist schließlich Hobby. 

Aber wenn das Ziel das Ziel ist und es wirklich um möglichst gute Audiowiedergabe geht, sollte man den Raum in die Konzeptionierung und Abstimmung immer integrieren. Ansonsten hat der Zufall zu viel Einfluss und das Ergebnis bleibt immer unter den Möglichkeiten des eingesetzten Materials.

Gruß, Christoph
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