Die Messungen erfolgten zunächst wie gewohnt im "Kino" des Brieden-Verlages. Die Veränderungen des Verlages blieben zunächst von uns unbemerkt und sind uns dann doch noch auf die Füße gefallen. Es war nicht nur wesentlich aufgeräumter als sonst, sondern es fehlte auch der gelbgrüne Flokati. Dadurch hat sich der Meßabstand zum Boden erst bemerkbar gemacht. Wir haben dann die betroffenen Messungen unter veränderten Bedingungen wiederholt. Damit hatten wieder alle Konstrukte die gleichen Bedingungen: gleicher Meßabstand, gleicher Abstand des Mikros zum Boden (wir haben mit dem Mikro immer zwischen Hoch- und Mitteltöner gezielt) und auch gleiches 'Gate'.
Die restlichen Messbedingungen: Gemessen wurde mit ARTA 1.9.x bei 96KHz und einer Sequenzlänge von 256k. Die Messkette ist kalibriert, Mikrofrequenzgang und LS-Leitungen kompensiert. Die Messungen erfolgen 2-kanalig mit einer Kanalgleichheit von 0.01dB.
Die Impedanzmessungen wurden mit ~100mV, die Frequenzgangmessungen mit ~ 2V bei einem Abstand von 1m durchgeführt. Die
Frequenzgänge sind mit 1/6 okt geglättet, Die vertikale SKE der Frequenzgangdarstellungen ist 5dB und dadurch mit den, in den gängigen
Magazinen dargestellten optisch kompatibel.
Wir haben jeweils für beide Boxen den Impedanzgang und den Frequenzgang auf Achse gemessen, für jeweils eine Box dann auch noch die Winkelfrequenzgänge in 15 Grad-Schritten. Somit gibt es für jedes Konstrukt: Impedanzgang Links/Rechts im Vergleich, Frequenzgang auf Achse im Vergleich Links/Rechts, die Winkelfrequenzgänge für eine Box und die Directivitydarstellung für eine Box.
Es ist zwar schon ein paar Tage her, dass ich diesen Lautsprecher fertiggestellt habe, bin aber aufgrund der Ausübung anderer Verpflichtungen und Hobbies nicht dazu gekommen, das auch hier zu dokumentieren. Das möchte ich jetzt nachholen - evtl. kann dem ja jemand was abgewinnen
Eigentlich hatte ich vor etwa einigen Wochen ein Paar “SB13PFCR25-8” bestellt. Eigentlich. Alex hatte diesen für im Zuge eines Gemeinschaftsprojektes mit Sven gemessen. Einerseits sind die TSP sehr praxisgerecht und andererseits sahen die akustischen Messungen sehr vielversprechend aus. Frei nach dem Motto “haben ist besser als brauchen”, habe ich also ein Pärchen bestellt. Wenige Tage später erhielt ich dann auch Post aus Frankreich um festzustellen: im Karton befindet sich ein Paar “SB13PFCR25-4-COAX”:
[ATTACH=CONFIG]67252[/ATTACH]
Der einzige, optische Unterschied zur nicht-Koax-Variante besteht in dem Hochtöner. Ansonsten ist es auch hier ein Plastikkorb, wobei alles sauber verarbeitet zu sein scheint. Und wo die Dinger schonmal da waren, hab ich sie auch gleich durch DATS gejagt, in der Hoffnung, sie würden dieselben guten TSP besitzen:
[ATTACH=CONFIG]67253[/ATTACH]
Leider war das nicht ganz der Fall, aber deswegen sind sie nicht zwingend schlechter. Erfreulich ist, dass sich die TSP beider Chassis praktisch gleich messen. Damit sind die Chassis mit ihrem Kunststoffkorb vllt. nicht in der obersten Liga angesiedelt, aber zumindest sind sie technisch einwandfrei. Das war dann der Punkt an dem ich mich entschieden habe, die Falschlieferung zu behalten und habe dann sogleich AJHorn angeworfen. Bei den TSP liegt es nahe, es mit einem Bassreflexgehäuse zu probieren:
[ATTACH=CONFIG]67254[/ATTACH]
In schwarz dargestellt ist das für dieses Chassis ideale Volumen von 15 Litern Bassreflex. Rot zeigt ein Volumen von 13 Litern. Um die Box etwas kompakter zu gestalten, habe ich mich für die 13 Liter Variante entschieden, in der der 5-Zöller bis knapp unter 45 Hz spielt.
In meinem Bastelkeller befanden sich noch 2 Testgehäuse mit den Maßen (BHT) 210 x 350 x 300 mm aus 19 mm MDF. Das ergibt Netto etwa 13,5 Liter. Abzüglich des Volumenbedarfs von Chassis und BR-Port bleiben dann die angestrebten 13 Liter übrig. Die Front, die sich noch auf dem Gehäuse befand, wurde kurzerhand abgesägt, eine neue angefertigt und aufgeleimt. Damit die Kiste nicht einfach aussieht wie eine Kiste, wurden links und rechts noch Fasen in Materialstärke gesägt. So schnell waren Gehäuse noch nie fertig...
Damit konnte ich mich auch schon an die akustischen Messungen machen:
Ab 4 kHz ist das ein bisschen unruhig, was sich aber unter Winkeln einigermaßen egalisiert. Der etwas stärkere Anstieg bei 1,3 kHz wird in die fallende Flanke fallen und wohl etwas Zuwendung benötigen. Alles in allem verhält sich dieser Hochtöner so, wie man es bei einem Coax dieser Bauart erwarten würde. Auch beim Tiefmitteltöner keine Überraschungen. Wer die Messungen der Kiano (oder auch hier im Forum) kennt weiß, dass es schlimmer aussehen könnte. Die tiefe Kerbe gibt eine Trennfrequenz von etwa 2,5 kHz quasi vor, was prima zum Hochtöner passt.
Nach dem Import der Messungen in VituixCAD habe ich verschiedenste Weichenversionen simuliert. Je länger man dem Hobby der Lautsprecherentwicklung nachgeht, desto mehr bekommt man ein Gefühl dafür, welche Topologie funktionieren könnte. Hin und wieder passiert es mir aber, dass die Weichen komplexer werden, als sie sein müssten. Hier noch ein Bauteil, dort noch eins und schon kostet die Weiche mehr als das Chassis selbst, welches in diesem Falle derzeit für 47,15€ in Frankreich zu erstehen ist, wo man hierzulande auch gern knapp 70€ dafür hinblättern müsste. Oft sieht eine komplexere Weiche in der Simulation schöner aus als eine einfache, allerdings sind die Auswirkungen auf den Klang – wenn überhaupt vorhanden – sehr gering und rechtfertigen den erhöhten Bauteileaufwand in keinster Weise. Da bin ich froh, dass wir alle unsere Entwicklungen in unserem internen Forum diskutieren, denn dort hat man mich schnell an genau diese Tatsache erinnert. An dieser Stelle: Danke Jungs!
Nach ein paar Vorschlägen meiner Freunde im D.A.U. und weiteren eigenen Simulationen, habe ich mich für diese entschieden:
[ATTACH=CONFIG]67257[/ATTACH]
Das sieht wilder aus, als es tatsächlich ist. Natürlich ist das nicht der linearste Lautsprecher der Welt. Sieht man sich die Kerben auf Achse jedoch genauer an stellt man schnell fest, dass die Abweichungen von einer gedachten Linie bei ca. 88 dB maximal 1,5 dB betragen und diese obendrein noch sehr schmalbandig ausfallen. Insgesamt stellt sich ein recht ausgewogenes Energieverhalten ein. Zwar geht das wie zuvor geschrieben sehr viel glatter, aber warum mehr Bauteile investieren, als tatsächlich nötig?
Nach ein paar Hörtests habe ich dann entschieden: das passt und bleibt so!
Die finale Messung bestätigte dann die Simulation:
Minimalste Abweichungen sind natürlich vorhanden, was aber unter anderem daran liegen dürfte, dass man bei manueller Betätigung des Drehtellers mal hier und mal da ein halbes Grad bei der Ausrichtung des Lautsprechers abweicht. Dazu gesellt sich dann ein möglicherweise leicht anderes Messfenster. In meinen Augen absolut unkritisch. Ebenfalls unkritisch: das Impedanzminimum liegt bei ca. 180 Hz bei 4,7 Ohm und ist daher unbedenklich für so gut wie jeden Verstärker.
Hier noch die Weiche und der Bau- und Bedämpfungsplan:
Der Hochtöner benötigt ein 18 dB Filter und darüber hinaus lediglich einen Vorwiderstand, um ihn auf Niveau des Tiefmitteltöners zu bekommen. Im Tiefmittelton genügt ein 12 dB Filter mit einem kleinen Kondensator und einer ebenso kleinen Spule, um die Flanke zu modellieren und zu besänftigen. Aufgrund der niedrigeren Toleranzen wurden die beiden Kondensatoren im Hochton als Folie ausgeführt. Aus genau demselben Grund wurde ein MOX Widerstand eingesetzt. Bei allen Spulen wurde auf Kernspulen gesetzt.
Alles ist auch nochmals auf meiner Homepage dokumentiert: Elle-S
ich habe einen Mini DSP geerbt und habe ihn in meine Anlage integriert und ihn als EQ genutzt. Ist es korrekt das ich den Input entsprechend der Anhebung absenken muss um Verzerrungen zu vermeiden? Ein Beispiel. Ich hebe bei 80Hz per Peak um 4dB an. Ein 80Hz Testton klingt nun schon bei geringer Lautstärke verzerrt. Senke ich den Input entsprechend ab wird der Ton wieder sauber. Ich möchte nur wissen ob das Verhalten normal ist. Dann verliere ich doch bei Einsatz des EQ Macimalpegel da ich den Input entsprechend absenken muss oder?! Wäre das auch der Fall wenn ich eine Raumanpassung per Messung über REW machen würde? Vielleicht kann mir ja jemand mit mehr Erfahrung mit dem Mini DSP helfen.
um das Thema mal wieder zu beleben, ich habe einen Keithley 4200-SCS, ua mit einer 4215-CVU Kapazitätsmesskarte, zur Verfügung. Falls gewünscht kann ich damit gerne Messungen der Kondensatoren anstellen.
mein 2021 entwickelter Lautsprecher Viisab wird ebenfalls am diesjährigen Battle teilnehmen. Bewusst sage ich, der Lautsprecher nimmt teil, ich nämlich aufgrund familiärer Verpflichtungen leider nicht. Einen großen Dank an MK und MM für die Idee teilzunehmen und die Logistik (ich bleibe bei den Initialen in der Öffentlichkeit da ungefragt).
Zum Lautsprecher: Ich hab gefühlt ewig und drei Tage dran gesessen. Da ich mir sowohl beim Gehäusebau so viel Mühe gegeben habe, wie nie zuvor. Als auch bei der Entwicklung der Weiche, welche insgesamt rund 4 Monate Zeit in Anspruch genommen hat. Immer wieder habe ich neben der messtechnischen Erfassung eben auch längerfristig gehört. Irgend wann musste ich das Projekt abschließen, da meine Nerven noch längeres Probieren nicht mehr ausgehalten hätten.:built:
Der Lautsprecher klingt in meinen Ohren neutral abgesehen von dem Charakter des NoFerro 900. Ich mag ihn. So wie man sich das mit no-ferro vorstellt. Der SB17CAC35-4 geht mit meinem sehr tiefen Tuning in Wandnähe auch so weit runter, dass man keinen Subwoofer vermisst.
Hier noch mal ausgewählte Bilder.
[ATTACH=CONFIG]67205[/ATTACH][ATTACH=CONFIG]67206[/ATTACH][ATTACH=CONFIG]67207[/ATTACH]
Jetzt habt ihr ne grobe Vorstellung und ich hoffe, dass euch der Lautsprecher gefällt. Irgend wann schaff ich es hoffentlich auch mal in die heiligen Hallen des Brieden Verlags.
Ein schönes Wochenende mit tollen Erfahrungen wünsch ich allen Teilnehmenden.
Hallo Jungs, hab ich gerade entdeckt. Für 180€, zwei Stella light inklusive MDF Holz, Übernachtung und Verpflegung für zwei Tage. Das war quasi ein ‚Nachschmeisspreis‘!, ein echtes Schnäppchen….Teilnehmerzahl begrenzt auf 10. Ansonsten hätte man ihnen sicherlich die Bude eingerannt und der Tischler Konkurs angemeldet…Hätt ich auch mitgemacht.
Moinsen
dann wollen wir auch mal unseren Beitrag zum endlich wieder stattfindenden Contest der IGDH in 2022 vorstellen. Erst einmal vielen Dank an Thomas und Holger und den Briden Verlag, das wir den dort wieder ausführen dürfen.
Unser Beitrag wird meine M-L-W-R sein, an der wir bereits seit Anfang 2019 gemeinsam mal mehr, mal weniger arbeiten und entwickeln
Idee, Konzept, Bau und erste Weiche sind von mir
Aufgrund der Vorgaben wurden dann diverse Simulationen, Verbesserungen von Matthias vorgenommen
Dazwischen ist der Lautsprecher in den ersten Bauphasen vorm HT Umbau weiteren Leuten Vorgestellt worden und hat somit auch sehr viele Kilometer bis zum Endergebnis hinter sich gebracht.
Letztendlich haben wir dann gemeinsam mit Julian (meiner_einer) vor ein Paar Wochen die letzte Klangliche Feinabstimmung getestet, die auch so zum Contest kommt.
Der Grundsätzliche Bau und alle kleinen Schritte findet ihr in dem Baubericht.
Bilder, Diagramme etz. folgen die Tage, da ich noch am farblichem Behandeln bin.
Ich werde alles im Hauptbeitrag posten und die wichtigsten Infos aber auch hier.
Hi,
um nicht den MaZe-Thread zu kapern, bei dem ich auf diese wahnwitzige Idee gekommen bin:
Kann man dieses Horn so kürzen, dass ein rechteckiger Querschnitt für den Dayton AMTpro4 übrigbleibt?
An diesen habe ich derzeit das Beyma Horn dran. Das Dayton ist aber im Außendurchmesser größer und könnte, wenn es denn passt, bei 1 bis 1,5kHz mehr "laden".
Im Web kann ich leider nur wenige Bilder finden, die mich auch kaum weiterbringen.
Die Mundfläche sollte so ca. 14x3,5cm sein.
Hat da jemand Infos oder kann abschätzen, ob durch Kürzen bis in den rechteckigen Bereich hinein etwa diese Maße realisierbar sind?